Antidiskriminierungsstelle begrüßt Karlsruher Urteil zu Intersexuellen

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts zur Einführung eines dritten Geschlechts im Geburtenregister als "historische Entscheidung zur Gleichbehandlung intergeschlechtlicher Menschen" bezeichnet. Die Karlsruher Richter hätten "eindeutig klargestellt, dass der Schutz vor Diskriminierung wegen des Geschlechts nicht nur für Männer und Frauen gilt, sondern auch für Menschen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zuordnen", erklärte die Leiterin der Stelle, Christine Lüders, am Mittwoch.

Für intergeschlechtliche Menschen bedeute die Entscheidung "die Anerkennung ihres jahrzehntelangen Kampfs für Selbstbestimmung", hob Lüders hervor. Durch die Entscheidung werde zudem klargestellt, dass die Ehe für alle auch für intersexuelle Menschen gelte. Die Antidiskriminierungsstelle rief den Gesetzgeber auf, das Urteil zu einer umfassenden Reform der bisherigen Rechtslage hin zu einem modernen Geschlechtsidentitätsgesetz zu nutzen. "Dreh- und Angelpunkt einer solchen Regelung muss das Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung sein", erklärte Lüders.

Das Bundesverfassungsgericht fordert ein drittes Geschlecht für den Eintrag im Geburtenregister. Intersexuellen Menschen, die weder männlich noch weiblich sind, solle damit ermöglicht werden, ihre geschlechtliche Identität "positiv" eintragen zu lassen, entschieden die Karlsruher Richter. Zur Begründung verwiesen sie auf das Persönlichkeitsrecht.