Anti-Vergewaltigungs-Erfindung sorgt für Ärger

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
In manchen Gegenden fühlen sich Frauen zu bestimmten Uhrzeiten oft unsicher. Jetzt soll eine neue Erfindung für mehr Sicherheit sorgen. Doch es gibt Kritik. (Symbolbild: Getty Images)

Die südafrikanische Ärztin Dr. Sonnet Ehlers hat eine Anti-Vergewaltigungs-Vorrichtung erfunden: “Rape-aXe” verhakt sich bei sexueller Belästigung im Penis des Täters und muss durch einen Arzt entfernt werden. Doch der Erfindung schlägt auch Kritik entgegen.

Dr. Sonnet Ehlers hat lange in medizinischen Einrichtungen in Südafrika gearbeitet. Gegen Ende der 60er-Jahre traf sie auf ein Vergewaltigungsopfer, das einen Wunsch äußerte, der sich in ihrem Gedächtnis festsetzte: “Wenn ich doch nur Zähne da unten hätte.” 50 Jahre später präsentierte Ehlers nun Rape-aXe. Die Vorrichtung sieht aus wie ein Kondom, ist aber im Inneren mit messerscharfen kleinen Widerhaken versehen. Sie wird von der Frau in der Vagina getragen, und soll den potentiellen Vergewaltiger unschädlich machen, sobald er in den Körper der Frau eindringt.

So funktioniert die Erfindung

Rape-aXe lässt sich nur äußerst schwer vom Penis entfernen. Die kleinen Zargen drücken sich immer fester ins Fleisch, je mehr der Peiniger daran zerrt, um sich zu befreien. Nur ein Arzt soll die Penisfalle unfallfrei entfernen können, wie genau, bleibt unklar. Somit könne man vor Ort auch gleich die Identität des Täters klären, so hofft Ehlers. Und sollte der Peiniger sich doch befreit haben, ließen sich DNA-Rückstände aus den Widerhaken vor Gericht gegen den Vergewaltiger verwenden.

Facebook-User sind verärgert

Dr. Sonnet Ehlers arbeitete mehr als zehn Jahre an Rape-aXe, nun ist die Vorrichtung bereit für den Verkauf. Vor einem halben Jahr veröffentlichte das Unternehmen ein Video zur Vorstellung des Produktes. Unter dem Video haben sich auf Facebook seither über 31.000 Kommentare versammelt. Viele User drücken hier ihre Unterstützung für die Erfindung aus, doch einige sehen auch großes Gefahrenpotential in Rape-aXe, nennen es “krank” und “beängstigend”.

“Man muss sich fragen, in was für einer kranken Gesellschaft wir leben, dass wir solche Dinger brauchen”, lautet ein Kommentar. Andere sehen das Problem in der Funktionsweise der Erfindung. Schließlich würde das Gerät dem Vergewaltiger zwar Schmerzen zufügen, ihn aber dennoch zu nah an die Frauen heranlassen und nicht unschädlich machen. Was wäre, wenn er vor Schmerz und Wut die Frau zusammenschlägt oder ihr Schlimmeres antut?

Außerdem sei es für Frauen ja nicht im Vorfeld ersichtlich, wann sie das Gerät einsetzen sollen. “Wird jetzt von uns erwartet, dass wir das Ding jeden Tag tragen?”, fragte eine bestürzte Userin. Das Social-Media-Team von Rape-aXe antwortet darauf, dass es keine einfache Antwort auf diese Frage gebe. Man hätte Rückmeldungen von Frauen erhalten, die die Vorrichtung täglich tragen. Dabei handele es sich beispielsweise um Frauen, die im Gefängnis arbeiten oder im Militär tätig sind. Insbesondere im Nahen Osten und in Südafrika wären grundsätzlich sehr viele Frauen täglich vor potenziellen Vergewaltigungen bedroht, hier mache die Erfindung durchaus Sinn, so die Rape-aXe-Mitarbeiter.