Anti-Kohle-Aktivisten: 'Das Ziel ist auf keinen Fall erreicht'

BERLIN (dpa-AFX) - Die Anti-Kohle-Aktivisten vom Bündnis "Ende Gelände" haben den am Donnerstag vorgestellten Fahrplan zum Kohleausstieg scharf kritisiert. "Das Ziel ist auf keinen Fall erreicht", sagte Johnny Parks, Sprecher von "Ende Gelände" der Deutschen Presse-Agentur. Der Kohleausstieg müsse deutlich früher vollzogen werden, als bislang geplant. "Bis 2038 können wir nur aufgrund der Kohle-Lobby nicht warten." Es brauche einen sofortigen Ausstieg.

Der Bund, die Kohle-Länder und die Betreiber hatten sich in der Nacht zum Donnerstag darauf geeinigt, dass Deutschland spätestens bis 2038 aus der klimaschädlichen Kohleverstromung aussteigt. Die betroffenen Länder sollen insgesamt 40 Milliarden Euro für den Umbau ihrer Wirtschaft bekommen. Die Betreiber erhalten für die vorzeitige Abschaltung ihrer Anlagen insgesamt 4,35 Milliarden Euro.

Massive Kritik äußerte Parks auch an der Entscheidung, in NRW ein neues Kohlekraftwerk in Betrieb zu nehmen. "Wir können kaum glauben, dass so etwas passiert." In NRW soll das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 ans Netz gehen. Als Begründung wurde genannt, dass ansonsten hohe Zahlungen an den Betreiber Uniper <DE000UNSE018> nötig gewesen seien.

Dass der Hambacher Forst nicht gerodet werde, bezeichnete "Ende Gelände" als Erfolg des zivilen Ungehorsams. Der umkämpfte Wald in Nordrhein-Westfalen ist zum Symbol geworden für den Kampf deutscher Klimaschützer gegen die Kohlebranche.