New York: Erdoğan-Anhänger gehen auf Demonstranten los

Am Montag sprach der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in New York vor dem Nationalen Türkisch-Amerikanischen Lenkungsausschuss. Als prokurdische Demonstranten die Veranstaltung störten, wurden sie nicht nur rausgeworfen, sondern auf dem Weg auch mehrfach geschlagen, wie Videoaufnahmen zeigen.

Gleich zu Beginn des Videos, das von „Voice of America“ veröffentlicht wurde, sieht man einen ersten Demonstranten, der ein YPG-Shirt trägt, der von Sicherheitskräften aus der Veranstaltung entfernt wird. Ein Mann in einem dunklen Anzug schlägt ihn über das Sicherheitspersonal hinweg ins Gesicht.

YPG steht für „Volksverteidigungseinheiten“ – eine kurdische Miliz, die in Syrien mit Unterstützung der USA gegen den „Islamischen Staat“ kämpft und eine de facto autonome Zone im Norden des Landes beschützt. Die Türkei betrachtet die YPG als Feind, da sie der PKK nahesteht. Dies führt immer wieder zu Kampfhandlungen im Grenzgebiet sowie diplomatischen Spannungen zwischen der Türkei und den USA.

Später sieht man einen weiteren Mann, der von mehreren Sicherheitskräften nach draußen begleitet wird. Während er ruhig und gefasst wirkt, brüllen viele der Zuschauer, die die Szene beobachten, wütend auf ihn ein. Immer wieder schlagen einige auf seinen Kopf oder Oberkörper. Viele schlagen mit Plastikfahnen, die die türkische Flagge zeigen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan bei seiner Rede in New York. (Bild: Screenhot/ Yahoo/ Voice of America)

Während der Ausschreitungen sieht man Erdoğan, der am Kopf des Saales steht und eine Rede hält. Der türkische Präsident war anlässlich der UN-Vollversammlung in New York.

Einige der Gegendemonstranten posteten anschließend ein Bild von sich auf Twitter und unterstrichen ihre Sympathie für das kurdische Volk, dessen Autonomiebestrebungen von der türkischen Regierung unterdrückt werden.

Bereits bei Erdoğans Besuch in Washington im Mai hatten Leibwächter des türkischen Präsidenten auf prokurdische Demonstranten eingeprügelt. Gegen zwölf Sicherheitsleute wurden danach in den USA Haftbefehle erlassen.