Anthony Davidson: Fünf Siege, aber bitterer Beigeschmack

Kein Auto hat in der WEC 2017 mehr Rennen gewonnen: Der Toyota TS050 #8


Anthony Davidson hat gemeinsam mit seinen Toyota-Kollegen Sebastgien Buemi und Kazuki Nakajima fünf von neun Saisonrennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) 2017 gewonnen. Trotz der hohen Erfolgsquote geht das Trio im TS050 mit der Startnummer 8 mit leeren Händen in die Winterpause. Die Titel holte Porsche. Die Deutschen sicherten sich zum dritten Mal in Folge die Herstellerkrone, Bernhard/Bamber/Hartley siegten in Le Mans und wurden Weltmeister 2017.

"Alles hat einen etwas bitteren Beigeschmack", meint Anthony Davidson im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com'. "Wir haben mit unserem Auto #8 fünf Rennen gewonnen, stehen aber am Ende mit leeren Händen da. Wir haben keinen Le-Mans-Sieg, keinen Fahrertitel und keine Meisterschaft bei den Herstellern. Wenn man sich vor Augen führt, wie schnell unser Auto war und was alles möglich gewesen ist, dann ist das schon etwas bitter."

"Le Mans hat einfach zu viel Einfluss, ganz sicher", erklärt der Brite. "Das Problem ist nicht, dass der Sieger dort doppelte Punkte bekommt. Das Problem ist vielmehr, dass du unendlich bestraft wirst, wenn du nicht ins Ziel kommst. Nirgends ist die Wahrscheinlichkeit so groß, dass du ausfällst und auf dem Weg über 24 Stunden irgendwie auf der Strecke bleibst." Buemi/Davidson/Nakajima waren an der Sarthe in die Wertung gekommen und hatten immerhin 16 Punkte verbucht.

"Die Chance, dass in in zwei WEC-Rennen in Folge nicht ins Ziel kommst, ist nicht gerade hoch. Aber in Le Mans nicht ins Ziel zu kommen, ist halt recht wahrscheinlich. Und wenn das passiert, bist du mal so richtig gekniffen", so der Ex-Formel-1-Pilot weiter. "Wenn du selbst ausscheidest, dein Konkurrent gleichzeitig doppelte Punkte macht - also quasi zwei Rennen auf einmal gewinnt -, dann bist du im Hinblick auf die WM schlichtweg tot." Ab 2018/19 wird es in Le Mans nur noch 38 statt 50 Punkte für den Sieg geben.

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