Anstatt Nvidia: 3 Gründe für den Kauf von AMD-Aktien

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Halbleiter-Chip auf Leiterplatte
Halbleiter-Chip auf Leiterplatte

Die wichtigsten Punkte:

  • AMD kann stark vom Konsolenmarkt profitieren.

  • Nvidia muss erst noch in den Markt für Serverprozessoren einsteigen, während AMD bereits beeindruckende Fortschritte macht.

  • Die Bewertung ist ein wichtiger Grund, der für AMD spricht.

Die Aktie von Nvidia (WKN: 918422) hat in diesem Jahr bisher um beeindruckende 70 % zugelegt und den Konkurrenten Advanced Micro Devices (WKN: 863186) deutlich übertroffen. Die Anleger wussten das robuste Umsatz- und Gewinnwachstum des Grafikkartenherstellers zu schätzen.

Wie die nachstehende Grafik zeigt, ist die unterdurchschnittliche Performance der AMD-Aktie angesichts des rasanten Umsatz- und Gewinnwachstums jedoch etwas überraschend. AMD-Anleger sollten sich jedoch nicht entmutigen lassen. Der Chiphersteller hat genügend Wachstumstreiber in petto, die die Aktie nach oben schicken könnten.

via YCharts

Untersuchen wir doch mal die Katalysatoren, die hinter dem Wachstum von AMD stecken. Und schauen wir, was AMD im Moment zu einer besseren Wette als Nvidia macht.

AMDs Vorteil bei Konsolen

Videospielkonsolen sind heiß begehrt. Die Markteinführung der PlayStation 5 (PS5) von Sony und der neuesten Xbox-Konsolen von Microsoft hat einen massiven Upgrade-Zyklus ausgelöst, der zu einer Angebotsverknappung geführt hat. Sony hat bereits über 10 Millionen Einheiten der PS5 verkauft, Microsoft Berichten zufolge bis Ende Juni 2021 6,5 Millionen Einheiten der Xbox-Konsolen der Serien S und X.

Schätzungen von Drittanbietern zufolge könnte Sony bis Ende 2021 17,9 Millionen PS5-Konsolen absetzen, im Vorjahr waren es 4,5 Millionen Geräte. Die Verkaufsdynamik der PS5 dürfte sich fortsetzen: Sony will im Jahr 2022 über 33 Millionen Einheiten, im Jahr 2023 50 Millionen Einheiten und im Jahr 2024 67 Millionen Einheiten ausliefern. Derweil wird erwartet, dass die Verkäufe von Microsofts Xbox Series X von geschätzten 3,3 Millionen Einheiten im Jahr 2020 auf 12 Millionen Einheiten im Jahr 2021 und 37 Millionen Einheiten im Jahr 2024 ansteigen.

AMD liefert sowohl an Sony als auch an Microsoft Chips für die Konsolen. Nvidia hingegen liefert Chips für die Switch-Konsolen von Nintendo. Die Japaner wollen im laufenden Geschäftsjahr, das im März 2022 endet, 25,5 Millionen Einheiten der Switch verkauft haben.

Es ist jedoch erwähnenswert, dass die PS5 und die Xbox Series X teurere Konsolen sind. Die PS5 ist für zwischen 399 und 499 US-Dollar erhältlich. Die Xbox Series X kostet 499 US-Dollar. Nintendos Switch kostet 299 US-Dollar für das Standardmodell und 199 US-Dollar für die Lite-Version. Folglich haben die PS5 und die Xbox Series X höhere Produktionskosten als die Nintendo Switch. Das deutet darauf hin, dass AMD aufgrund höherer Materialkosten mehr Einnahmen aus jeder Einheit der Sony- und Microsoft-Konsolen erzielen könnte.

Darüber hinaus bedeuten die größeren Absatzmengen der PS5- und Xbox-Konsolen, dass AMD in einer besseren Position ist, um davon zu profitieren. Hinzu kommt die Tatsache, dass AMD seine Chips für eine neue Handheld-Spielkonsole liefern wird, die mit der Switch konkurrieren könnte. Die Konsoleneinnahmen von AMD könnten sich weiter verbessern.

Der Umsatz von AMD im Segment Enterprise, Embedded und Semi-Custom, das den Verkauf von kundenspezifischen Chips an Konsolenhersteller umfasst, stieg im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 183 % auf 1,6 Mrd. US-Dollar. Dank des langfristigen Wachstums im Bereich der Konsolenspiele kann AMD diese enorme Dynamik beibehalten.

AMD ist stärker auf dem Servermarkt

AMD verkauft Prozessoren, die in Servern für Rechenzentren eingesetzt werden, während Nvidia noch keinen Chip auf den Markt gebracht hat, der auf diesen lukrativen Markt abzielt. Während Nvidia im Jahr 2023 mit seiner Grace Central Processing Unit (CPU) in den Markt für Serverprozessoren einsteigen wird, macht AMD in diesem Bereich bereits deutliche Fortschritte gegenüber Intel.

Laut Mercury Research stieg der Anteil von AMD am Markt für Server-CPUs zum Ende des zweiten Quartals auf 9,5 %, ein Plus von 3,7 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr. Intel kontrollierte den Rest des Marktes, hat aber gegenüber AMD an Boden verloren. Vivek Arya von der Bank of America schätzt, dass der Marktanteil von AMD im Serverbereich bis zum nächsten Jahr auf 25 % steigen könnte.

AMD sieht im Bereich der Server-CPUs bis 2023 ein Umsatzpotenzial in Höhe von 19 Mrd. US-Dollar. Sollte es AMD also gelingen, einen Marktanteil von 25 % zu erreichen, könnte das Unternehmen von diesem Markt stark profitieren. Insgesamt genießt AMD bei Server-CPUs einen Vorsprung vor Nvidia und würde sich bis zum Erscheinen der Grace-CPUs von Nvidia eine starke Nische auf diesem Markt geschaffen haben.

AMD bietet Wachstum zu günstiger Bewertung

AMD und Nvidia sind wachstumsstarke Unternehmen, aber es gibt einen großen Unterschied zwischen den Bewertungen der beiden Chiphersteller. Während AMD zum 9,3-Fachen des Umsatzes gehandelt wird, ist Nvidia mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 24 recht teuer. Auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist ähnlich, wobei AMDs Multiplikator mit 36 viel niedriger ist als Nvidias mit 76.

Dies macht AMD zu einer idealen Wahl für Anleger, die eine Wachstumsaktie zu einer vernünftigen Bewertung kaufen möchten. Insbesondere wenn man bedenkt, dass das Wachstum des Unternehmens in den kommenden Jahren mit dem von Nvidia gleichziehen dürfte. Analysten gehen davon aus, dass die Gewinne beider Unternehmen in den nächsten fünf Jahren eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 32 % erreichen werden. Das macht den Kauf von AMD gegenüber Nvidia angesichts des großen Unterschieds in der Bewertung zu einem klaren Kaufargument.

Der Artikel Anstatt Nvidia: 3 Gründe für den Kauf von AMD-Aktien ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Harsh Chauhan besitzt keine der angegebenen Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Advanced Micro Devices, Microsoft und Nvidia und empfiehlt Intel und Nintendo. Dieser Artikel erschien am 27.9.2021 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021

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