Anschuldigungen gegen James Toback: Selma Blair fürchtete um ihr Leben

Rachel McAdams und Selma Blair haben in einem Interview mit der "Vanity Fair" über ihre Erfahrungen mit Regisseur James Toback gesprochen. Blair fürchtete demnach sogar um ihr Leben.

Schwere Anschuldigungen gegen James Toback (72): Selma Blair (45, "Hellboy") behauptet in einem "Vanity Fair"-Interview, dass der Filmmacher angeblich indirekt gedroht habe, sie zu töten, nachdem er sie 1999 sexuell belästigt habe. Die Schauspielerin ist damit eine von mehr als 200 Frauen, die mit Anschuldigungen gegen den Regisseur an die Öffentlichkeit gegangen sind. Auch Rachel McAdams (38, "Für immer Liebe") sprach über eine schlimme Erfahrung mit Toback.

Blair entschied sich demnach, ihre Geschichte zu erzählen, nachdem in der vergangenen Woche in der "Los Angeles Times" 38 Frauen Vorwürfe gegen Toback erhoben hatten. Toback streitet jedes Fehlverhalten ab und behauptet, er habe keine der zitierten Frauen je getroffen oder wenn er sie getroffen habe, nur kurz. Zudem könne er wegen medizinischer Probleme die ihm vorgeworfenen Taten gar nicht begangen haben. Später gab es Berichte, wonach 200 Frauen von ähnlichen Vorfällen erzählt hatten.

"Ich war wütend"

"Als er diese Frauen Lügnerinnen genannt hat und sagte, er könne sich nicht daran erinnern, sie getroffen zu haben und dass dieses angebliche Verhalten ihm nicht zugeschrieben werden könne, war ich einfach wütend, ich spürte eine Verpflichtung, öffentlich zu sprechen", sagte Blair. Ihre Erfahrung mit Toback fand der Schauspielerin zufolge 1999 statt, während eines Treffens zu einem Filmprojekt. Als sie auf ihn gewartet hätte, sei eine Mitarbeiterin gekommen, um ihr zu sagen, dass Toback nicht runterkommen werde, sie solle stattdessen zu ihm ins Hotelzimmer kommen.

Trotz eines schlechten Gefühls sei sie zu ihm aufs Zimmer gegangen, wo Toback sie später angeblich aufgefordert habe, ihr Oberteil auszuziehen und einen Monolog vorzutragen. Als er Sex wollte, habe sie verneint, so Blair. Er soll aber angeblich darauf bestanden haben, sich vor ihr selbst zu befriedigen. Aus Angst vor einer Vergewaltigung habe sie zugestimmt. Er habe sie aufs Bett gesetzt, so die Schauspielerin, sich vor sie gekniet und sich hart gegen ihr Bein gedrückt. Zudem soll er ihr angeblich den Kopf festgehalten haben, damit sie ihm dabei in die Augen schaue. "Ich habe Ekel und Scham gefühlt und glaubte, niemand würde mich jetzt noch für rein halten, nachdem ich dem Teufel so nahe war."

Blair behauptet in dem Interview zudem, dass er sie zum Stillschweigen gezwungen habe, indem er sie angeblich indirekt mit dem Tod bedroht haben soll: Der Regisseur habe laut der Schauspielerin von einem Mädchen erzählt, dass sich gegen ihn gerichtet hätte. "Ich werde dir erzählen, und das ist ein Versprechen, wenn sie das jemals jemanden sagt, egal wie viel Zeit ihrer Meinung nach vergangen ist, habe ich Leute, die in einem Auto anhalten, sie kidnappen und sie in den Hudson werfen mit Zementblöcken an ihren Füßen", zitiert Blair den Filmemacher.

"Ich hatte Glück"

Neben Blair sprach auch McAdams in der "Vanity Fair" von einer Begegnung mit Toback, als sie 21 war. Sie war zu einem Vorsprechen in seinem Hotel in Toronto eingeladen, sagte sie. Sie hätte sich dabei auf den Fußboden setzen sollen, sehr schnell habe er dann angefangen, über Sex zu sprechen, so die Schauspielerin. Dann wollte er angeblich ihre Schamhaare sehen - und sie sei geflüchtet: "Ich hatte viel Glück, dass ich gegangen bin, es gab keinen körperlichen Übergriff", sagte sie. Auf die Anfrage von "Vanity Fair" zu den Anschuldigungen Stellung zu beziehen, lehnte Toback offenbar ab.

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