Unter Anschlagsverdacht festgenommene Syrer kommen wieder frei

Der Verdacht der Anschlagsplanung gegen sechs in Deutschland festgenommene Syrer hat sich nicht erhärtet

Der Verdacht der Anschlagsplanung gegen sechs in Deutschland festgenommene Syrer hat sich nicht erhärtet: Die Männer sollten daher am Mittwoch wieder freigelassen werden, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main der Nachrichtenagentur AFP sagte. "Es gibt keine dringenden Hinweise auf die Vorbereitung eines Anschlags oder einer IS-Mitgliedschaft." Daher habe die Generalstaatsanwaltschaft davon abgesehen, Haftbefehle zu beantragen.

Die sechs Männer im Alter zwischen 20 und 28 Jahren waren am Dienstag in Essen, Kassel, Hannover und Leipzig festgenommen worden. Sie wurden verdächtigt, einen Anschlag mit Waffen oder Sprengstoff auf ein öffentliches Ziel in Deutschland vorbereitet zu haben. Sie standen zudem unter dem Verdacht, der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) anzugehören.

Nach der Befragung der Männer sowie der Auswertung ihrer Mobiltelefone und Laptops habe ein dringender Tatverdacht jedoch nicht begründet werden können, sagte der Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft. Es gebe auch keine konkreten Hinweise, dass die Männer die Durchführung eines Anschlags geplant oder einen Ort dafür ausgewählt hätten. Medien hatten über geplante Anschläge in Essen berichtet, als mögliche Ziele wurden der Essener Weihnachtsmarkt und ein Einkaufszentrum genannt.

Nach Angaben des Sprechers der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt liegen aber Hinweise auf Bezüge der Männer zum IS vor. Es gebe zudem Hinweise darauf, dass sich die sechs Syrer mit "Anschlagsszenarien" befasst hätten. Vier von ihnen halten sich seit Dezember 2014 und zwei seit dem Spätsommer 2015 als Asylbewerber in Deutschland auf.