Nach Anschlag auf den Ramblas: Strengste Sicherheitsvorkehrungen vor Barcelona-Heimspiel

SID
Nach Anschlag auf den Ramblas: Strengste Sicherheitsvorkehrungen vor Barcelona-Heimspiel

Strengste Sicherheitsvorkehrungen gelten am Sonntag für das Heimspiel des spanischen Fußball-Pokalsiegers FC Barcelona gegen Betis Sevilla (20.15 Uhr) als Reaktion auf die Anschläge auf der Flaniermeile Las Ramblas am vergangenen Donnerstag. Bei zwei Anschlägen in Katalonien waren 14 Menschen getötet und 120 verletzt worden. 
Auch der Renommierklub aus der katalanischen Metropole reagierte auf die Attentate. Die Stars um den fünfmaligen Weltfußballer Lionel Messi werden gegen Betis nicht mit ihren Namen auf dem Trikotrücken antreten, stattdessen wird dort nur "Barcelona" stehen. Außerdem ist auf der Vorderseite der Shirts der Hashtag "#totssombarcelona" (Wir alle sind Barcelona) zu lesen. 
Nach Angaben der katalonischen Regionalpolizei werden zusätzliche Einsatzkräfte am Spieltag rekrutiert. Sie appellierte an die Fans, Ruhe zu bewahren. "Unsere Empfehlung ist, dass sie den Fußball in aller Ruhe genießen sollen. Die Leute können sicher sein, dass wir alle Maßnahmen ergriffen haben, um bestmögliche Sicherheit zu garantieren", sagte Polizei-Sprecher Albert Oliva.
Die beiden Anschläge in Barcelona am Donnerstag und im rund hundert Kilometer südlicher gelegenen Cambrils in der Nacht zum Freitag hatten Spanien schockiert. Mindestens 13 Deutsche waren bei den Anschlägen verletzt worden. Zu der Attacke in Barcelona bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).
Barca-Coach Ernesto Valverde war sich bewusst, dass "die Umstände für seine Spieler außergewöhnlich sein werden". Er wünschte sich, dass sich die Anhänger von den Anschlägen nicht einschüchtern lassen und ähnlich couragiert auftreten wie die Menschen bei der Gedenkveranstaltung auf der zentralen Plaza de Catalunya von Barcelona am Freitag. Da skandierten die Menschen "Wir haben keine Angst".
Valverde: "Wir müssen damit klarkommen und nach vorne schauen. Wir wissen, was in der Welt vor sich geht. Wir alle sind immer potenzielle Opfer, das gilt für den Weg zu U-Bahn oder für den Gang ins Stadion. Aber es gibt keine 100-prozentige Sicherheit."
In den Spielen der ersten Bundesliga und der 2. Liga in Deutschland wurde an diesem Wochenende mit einer Schweigeminute der Terroropfer von Barcelona gedacht. Zudem traten die Spieler mit Trauerflor an. Der deutsche Fußball wollte damit "seine Verbundenheit mit dem spanischen Volk und insbesondere mit den derzeit 15 Spielern aus Spanien in der Bundesliga und 2. Bundesliga" zum Ausdruck bringen. 
Auch der spanische Ligaverband LFP hatte eine ähnliche Ankündigung für die Partien am ersten Saisonspieltag von La Liga gemacht.