Anschlag auf Juden - Ermittlungsrichter ermordet

Der mysteriöse Tod des argentinischen Untersuchungsrichters Alberto Nisman war Mord. Zu dem Schluss kommt nun ein Bundesrichter in einem 656 Seiten langen Urteil.

Der Fall liest sich auch heute, fast drei Jahre nach seinem Tod, wie ein Thriller.

Nisman hatte 2015 die damalige Präsidentin Cristina Fernández Kirchner beschuldigt, einen schmutzigen Deal mit Teheran ausgehandelt zu haben. Im Austausch für ein lukratives Handesablkommen habe sie geholfen, die Verwicklung des Iran in den Anschlag auf ein jüdisches Gemeindezentrum in den 90er Jahren zu vertuschen. Einen Tag vor Nismans Auftritt im Kongress, bei dem er Beweise vorlegen wollte, wurde er jedoch ermordet.

Dem neuen Urteil zufolge spielte sein Assistent Diego Lagomarsino eine Schlüsselrolle - er wird der Beihilfe zum Mord beschuldigt.

Lagomarsino hatte ausgesagt, Nisman eine Waffe gegeben zu haben, weil der Untersuchungsrichter um sein Leben fürchtete - die Waffe, mit der Nisman Selbstmord begangen haben soll.

Dagegen spricht jedoch, dass Nismans Leiche Spuren von körperlicher Gewalt und einem Betäubungsmittel aufwies.

Um Fernández Kirchner straftrechtlich zu verfolgen, müsste ihre Immunität aufgehoben werden. Sie ist seit zwei Jahren Senatorin. Allerdings weist die frühere Präsidentin von sich, in den Fall verwickelt zu sein.