Anschläge auf Moscheen: Wieso wir auch Erdogan-Unterstützern zuhören müssen

Lennart Pfahler

Berlin-Reinickendorf: Es ist die Nacht auf Sonntag, etwa 2 Uhr, als Anwohner in der Pankower Allee ein Klirren hören. Kurz darauf steigen Rauchschwaden auf. 

In der Koca Sinan Moschee ist ein Feuer ausgebrochen. Bis 3:30 Uhr kämpfen Feuerwehrleute gegen die Flammen. Die Gebetsräume des Gotteshauses sind völlig zerstört, als die Rettungskräfte endlich Entwarnung geben können.

Zeugen wollen gesehen haben, wie drei Jugendliche die Scheiben der Moschee eingeworfen haben, die der türkischen Religionsbehörde Ditib untersteht.  Ermittler finden Molotowcocktails.

Es ist nur einer von mehreren Anschlägen, die deutschlandweit an diesem Wochenende auf muslimische und türkische Einrichtungen verübt wurden – und die in der türkische Community für Angst und Wut sorgen.

Wut auch auf die deutsche Politik, die ihnen auch dieser Tage vor allem mit Kritik an der Politik Ankaras auffällt - und nicht dadurch, dass sie die Anschläge auf Gebetshäuser und Gemeindezentren verurteilt.

“Ich kann mir das überhaupt nicht erklären, dass da absolut gar nix kommt. Das ist für eine demokratische Gesellschaft ein Unding“, sagt Fatih Zingal der HuffPost.

Zingal engagiert sich in der UETD, der europäischen Lobby-Organisation der türkischen Regierungspartei AKP. Er spricht von einer “großen Unruhe” in der türkischen Community.

Es ist eine Unruhe, die der Anfang einer schmerzlichen Entfremdung sein könnte, wenn die Bundesregierung nicht bald Haltung zeigt. So weh es tun mag, sich dieser Tage an die Seite des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu stellen.

Kurden-Gruppe bekennt sich zu anderem Anschlag

Auch in Lauffen nahe Heilbronn flogen am Freitag Brandsätze auf eine Moschee der konservativen islamischen Bewegung Millî Görüş. Dieses Mal gibt es ein Video, das die Tat zeigen soll. Der Imam befindet sich zum Zeitpunkt des Angriffs noch im Gebetshaus. Es ist ein Wunder, dass er nicht zu Schaden kommt, das Feuer sogar noch löschen...

Weiterlesen auf HuffPost