Anne Frank-Stiftung kauft Wohnhaus der Franks in Amsterdam

Anne Franks Zimmer in ihrem Wohnhaus der 30er Jahre

Zusätzlich zu dem Amsterdamer Versteck von Anne Frank hat der Schweizer Anne Frank-Fonds nun auch das niederländische Wohnhaus der Familie erworben. Die Stiftung teilte am Donnerstag mit, sie wolle das Andenken der weltbekannten jüdischen Tagebuchschreiberin pflegen, die im Vernichtungslager Bergen-Belsen von den Nationalsozialisten ermordet wurde. Eine Nutzung des bescheidenen Backsteingebäudes als Museum sei bislang nicht geplant.

Es sei wichtig für die Stiftung, dass das Haus, in dem Anne Frank in den 30er Jahren lebte, intakt bleibe, erklärte Stiftungssprecherin Annemarie Bekker. Das Gebäude habe einen "ganz besonderen Charakter" und sei "untrennbar" mit Anne Frank verbunden.

1934 zog die jüdische Familie Frank aus Deutschland in das Haus am Merwedeplein (Merwedeplatz), bis sie sich vor den 1940 in die Niederlande einmarschierten Nationalsozialisten verstecken mussten. Ab 1942 bezog die gesamte Familie ein Geheimversteck in einem Hinterhaus, das sich heute ebenfalls im Besitz der Stiftung befindet. Im Andenken an die Franks wurde das Wohnhaus nun restauriert und in die Zeit der 30er Jahre zurückversetzt.

Die Familie Frank wurde im August 1944 vermutlich verraten und anschließend deportiert. Anne Frank starb Anfang 1945 kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs im Alter von 15 Jahren in Bergen-Belsen. Durch ihre Tagebücher erlangte sie nach ihrer Ermordung weltweit tragische Bekanntheit. Ihre Aufzeichnungen zählen zu den bekanntesten und bewegendsten Zeitzeugenberichten aus dem Holocaust. Über 30 Millionen Exemplare ihres Tagebuchs wurden bisher verkauft.