Annalena Baerbock als Sündenbock? Habeck (52) soll wohl Vizekanzler werden

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"Ich halte es für unangemessen , jetzt Personalfragen zu diskutieren", das sagte der Co-Chef der Grünen am Montagabend im BRENNPUNKT der ARD. Aber die FAZ hatte mehrere Quellen zitiert, die davon ausgehen, dass schon entschieden sei, dass Robert Habeck in einer neuen Regierung Vizekanzler werden soll.

Die FAZ schreibt: "Mit dem Wahlergebnis von 14,8 Prozent waren die Grünen deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Baerbock, so heißt es, habe ihre Chance gehabt. Mit den personellen Konsequenzen müsse man deutlich machen, dass die Grünen nicht einfach in der bisherigen Formation weitermachen könnten, sondern „verstanden haben“. Wie es heißt, haben sich die Parteivorsitzenden aber nicht erst in der Wahlnacht auf die Neuaufstellung verständigt. Vor längerer Zeit bereits seien die beiden übereingekommen, dass man sich nach einem schlechten Wahlergebnis personell neu sortieren müsse. Mit einem schlechten Ergebnis meinten Grüne im Wahlkampf stets Werte von 17 Prozent und weniger."

Robert Habeck hatte nach der Ernennung von Annalena Baerbock zur Kanzlerkandidatin der Grünen im Frühjahr in einem Interview mit der ZEIT recht larmoyante Töne angeschlagen - und zu verstehen gegeben, wie enttäuscht er persönlich davon war, dass er die Spitzenposition nicht bekommen hatte.

Laut FAZ gibt es jetzt auch bei den Grünen die Überlegung, die Kanzlerkandidatur sei für das "politische Talent" Annalena Baerbock zu früh gekommen. Die 40-Jährige ist in ihrem Wahlkreis in Potsdam dem SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz unterlegen. Robert Habeck dagegen hat seinen Wahlkreis in Schleswig-Holstein gewonnen.

Im nördlichen Bundesland war der studierte Philosoph Habeck von 2012 bis 2018 Vize-Ministerpräsident sowie Minister für Energiewende und Landwirtschaft in einer Jamaika-Koalition mit CDU und FDP. Der 52-jährige Grüne gilt als einer der Architekten dieser schwarz-grün-gelben Koalition. Bei der grünen Basis ist das Zusammengehen mit der FDP aber nicht wirklich beliebt.

Robert Habeck geht davon aus, dass es in Deutschland keine politischen Lager und keinen Kampf rechts gegen links mehr gebe.

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