„Anleger unterschätzen die Bedeutung von Dividendenzahlungen“

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Dax-Anleger sollten nicht mit steigenden Dividenden rechnen

Drei Manager, drei Konzepte, drei Portfolios: Die Musterdepots zeigen, wie man den Markt schlagen kann. Handelsblatt-Stratege Ulf Sommer glaubt nicht an steigende Dividenden.


Das Redaktionsdepot: Ulf Sommer, Handelsblatt


In schwierigen Börsenzeiten halten sich defensive Aktien besser – so lautet eine Börsenweisheit. Auch in den aktuell turbulenten Zeiten bleibt sich die Börse darin treu. Fresenius ist ein typisch defensiver Wert, weil die Gewinne des Gesundheitskonzerns gut vorhersehbar sind und darüber hinaus, genauso wie die Dividenden, stetig steigen. Die Aktie hält sich deshalb gut. Zuletzt hob die Deutsche Bank ihr Kursziel von 82 auf 84 Euro an und beließ ihre Einschätzung auf „Kaufen“. Bei einem aktuellen Kurs von knapp 70 Euro liegt das Potenzial bei 15 Prozent.




Das Social-Trading-Depot: Alexander Kovalenko, Bayerische Vermögen


Die meisten DAX-Konzerne haben ihre Dividendenausschüttungen im Vergleich zum Vorjahr erhöht. Viele Anleger unterschätzen die Bedeutung von Dividendenzahlungen und Wichtigkeit einer Wiederanlage. Ein kleines Beispiel: Während der „normale“ DAX Index, bei dem die Dividenden bei der Performanceberechnung berücksichtigt werden, circa 70 Prozent über dem Hoch der „Dotcom“ bzw. „Telekom-Blase“ von Anfang 2000 steht, befindet sich der reine Kursindex, also ohne Berücksichtigung der Dividenden, gerade auf dem Niveau vom Februar 2000. Unser Aktienkernportfolio weist eine überdurchschnittliche Dividendenrendite auf.




Das Privatbank-Depot: Sönke Niefünd, Otto M. Schröder Bank


Anleger suchen im aktuellen Niedrigzinsumfeld stets nach Wegen, um konstante Erträge zu erwirtschaften. Wir sind überzeugt, dass eine Möglichkeit darin besteht, das potenzielle Anlageuniversum zu erweitern und sowohl Anleihen als auch Aktien in eine kombinierte Anlagestrategie einzubeziehen.

Während wir spezielle Marktsegmente, wie langfristige, niedrig verzinsliche Anleihen meiden, sehen wir in anderen Bereichen immer noch interessante relative Werte. In den Rentenmärkten sind dies nachrangige Anleihen, wie von Lufthansa oder BNP, kurzlaufende Hochzinsanleihen, wie von Hapag Lloyd oder variable verzinste Anleihen von AXA, Südzucker oder Dt. Postbank. Auch Teile des globalen Aktienmarktes mit dividendenstarken Aktien halten wir für perspektivreich. Entscheidend bleibt dabei auch künftig das richtige Verhältnis von Risiko und Ertrag.




Die Regeln der Depots

Die Musterdepots veranschaulichen aussichtsreiche Anlagestrategien und geben Anregungen, mit denen Investoren ihre Renditeziele erreichen können. Im Vordergrund steht nicht ein Wettbewerb zwischen den drei Portfolios, sondern vielmehr die Nachvollziehbarkeit und Transparenz der Anlageentscheidungen für den Leser. Jeder Kommentator startet mit einem fiktiven Anfangskapital von 100.000 Euro. Zu Beginn, am Freitag, dem 31. Januar 2014, wurden mindestens fünf Wertpapiere gekauft. Danach steht es den Kommentatoren frei, wann sie investieren. Es werden Gebühren für Kauf und Verkauf von 0,25 Prozent angenommen und vom Barbestand abgezogen. Zinsen und Dividenden werden dem Barbestand zugebucht. Die Depotzusammensetzung muss sich nicht täglich ändern.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Die vollständigen Depots finden Sie hier: Handelsblatt-Depot, Social-Trading-Depot, Privatbank-Depot.