Anleger schicken SMA Solar auf Talfahrt – Vorstand korrigiert Prognose

DER AKTIONÄR
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Anleger schicken SMA Solar auf Talfahrt – Vorstand korrigiert Prognose

Der Weltmarktführer bei Photovoltaik-Wechselrichtern SMA Solar hat nach der heutigen Veröffentlichung der Quartalszahlen mit deutlichen Kursverlusten zu kämpfen. Der Konzern steht nach der Eröffnung der Börse in Frankfurt mit knapp 15,8 Prozent im Minus, und bildet somit das Schlusslicht des TecDAX. Der Kurs war im vergangenen Monat um über 20 Prozent angestiegen. Grund für den fallenden Kurs ist die Korrektur der Prognose für den Jahresumsatz. Diese war nach guten Zahlen in Asien im Sommer auf 900 – 950 Millionen Euro angehoben worden. In der heute veröffentlichten Erklärung des Vorstandes wurde die Prognose jedoch auf 900 Millionen Euro herunter korrigiert worden. Entgegen weiterhin guter Zahlen aus Asien, die mit einem Plus von 43 Prozent zu Buche schlagen, werden die Erwartungen der Anleger durch schlechte Zahlen aus Nordamerika enttäuscht. Ebenfalls verschreckt der zurückgegangene Gesamtumsatz auf 592,5 Millionen Euro (Vorjahr: 708,8 Millionen Euro in 9 Monaten). Dies mildert auch nicht die auf 25 Prozent gestiegene Brutto-Marge, welche ein operatives Ergebnis vor Abschreibungen, Zinsen und Steuern (EBITDA) von 26 Millionen Euro hervorbrachte. SMA Solar schafft es auch weiterhin nicht die Vorjahreszahlen zu toppen. Beispielsweise belief sich das EBITDA in den ersten drei Quartalen des Vorjahres auf 107,9 Millionen Euro, von diesen Zahlen ist die SMA im Geschäftsjahr 2017 weit entfernt, das EBITDA lag im Vergleichszeitraum bei lediglich 55,3 Millionen Euro.

Wachstumsimpulse gingen im Quartalsbericht vom Segment Speicher- und Servicegeschäft aus. Ein wichtiger Schritt in Richtung Strategie 2020, die der Vorstand noch auf der Hauptversammlung dieses Jahres im Mai vorgestellt hatte. Die Zielsetzung sieht eine Entwicklung als Anbieter von Energiedienstleitungen vor, und somit eine deutliche Erhöhung des Umsatzanteils im Speicher- und Servicegeschäft. Weiterhin erhöht sich die Nettoliquidität auf 435,8 Millionen Euro und die Eigenkapitalquote leicht auf 49,3 Prozent, beide Zahlen übersteigen die Zahlen des Vorjahres. Ebenso positiv ist der steigende Auftragsbestand, dieser legte am Ende des ersten Halbjahres auf 350 Millionen Euro zu, was ein Plus von 25 Prozent bedeutet. Der Vorstand belässt außerdem die Prognose für das operative Ergebnis unverändert bei 85 – 100 Millionen Euro.

Es bleibt spannend, ob SMA Solar die neue Prognose für das gesamte Geschäftsjahr im vierten Quartal erreichen wird. Der Vorstand geht nach eigener Aussage von einem starken Jahresendgeschäft aus und gibt sich zuversichtlich das Jahresziel zu erreichen. Nachdem der Kurs der SMA Solar Aktie sich am Morgen noch bei einem Tief von knapp 34,60 Euro bewegte, erholte sich der Kurs im Laufe des Vormittags leicht auf über 36 Euro. DER AKTIONÄR empfiehlt weiterhin die Position zu halten und sieht einen Stopp bei 31 Euro.