Dax-Anleger retten Plus über die Zeit – Adidas begeistert mit Aktienrückkauf

Die Fed bewertet das US-Geschäft der Deutschen Bank negativ, die Aktie stürzt ab. Dagegen lässt die Nervosität wegen der Entwicklung in Italien nach.


Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt nach dem Stühlerücken im Weißen Haus und den anhaltenden Zinsspekulationen kompliziert. Dank freundlicher Signale von der EZB und den neuesten Ergebnissen der Bilanzsaison fingen sich die Kurse am Mittwoch ein Stück weit. Anleger feierten den angekündigten Aktienrückkauf von Adidas mit einem Zwölf-Prozent-Plus der Papiere.

Die vollen Kursgewinne über die Zeit zu bringen gelang jedoch nicht. Zu stark war der Gegenwind aus New York, wo die Wall Street deutliche Abschläge verbuchen musste. Mit 24.767 Punkten und einem Minus von einem Prozent ließ der Dow Jones die 25.000-Punkte-Marke hinter sich. Am Ende verabschiedete sich der Deutsche Aktienindex mit eine dünnen Plus von 0,1 Prozent und einem Stand von 12.237 Punkten aus aus dem Mittwoch. Der Euro-Stoxx-50 gab 0,2 Prozent nach auf 3390 Zähler.

„Für den deutschen Leitindex ist es von großer Bedeutung, dass die Unterstützung bei 12.000 Zählern intakt bleibt“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. „Ein klarer Durchbruch unter dieses Niveau würde den Beginn einer größeren Korrektur signalisieren.“


Mario Draghi, der Präsident der Europäischen Zentralbank – kurz EUZB –, hatte am Vormittag erneut keine schnelle Änderung der extrem lockeren Geldpolitik in Aussicht gestellt und damit den starken Euro belastet, was den europäischen Märkten Auftrieb gab. Von der Geldflut der EZB profitieren Aktien, während andere Anlageklassen wie Anleihen dadurch unattraktiver werden. Ein schwächerer Euro wiederum verbessert die Exportchancen deutscher Unternehmen. Mit einer Abwertung um 0,2 Prozent konnte die Gemeinschaftswährung wieder Abstand gewinnen zur 1,24-Dollar-Marke.

Für Stirnrunzeln auf dem Parkett sorgt die Entlassung von US-Außenminister Rex Tillerson kurz vor dem geplanten Gipfel Donald Trumps mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Hinzu kommt die Angst vor einem Handelskrieg, der nach Androhung von China-Zöllen vor allem die asiatischen Börsen ins Wanken brachte.

Aufmerksam verfolgten die Börsianer den britisch-russischen Schlagabtausch im Zuge der tödlichen Vergiftung der russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal, auch wenn Europas Kontinentalbörsen nicht reagierten: Der russische Aktienmarkt ging in die Kniee, der lokale Leitindex gab mehr als anderthalb Prozent nach.


An der Dax-Spitze standen die Adidas-Aktien mit einem satten Plus von fast elf Prozent. Der Sportartikelhersteller will seinen Aktionären im laufenden Jahr nach einem Gewinnsprung eine höhere Dividende zahlen und in den kommenden Jahren noch profitabler werden. Zudem plant Adidas erneut Aktienrückkäufe im großen Stil.

Auch bei Rheinmetall im MDax ging es kräftig aufwärts. Der Konzern hat in Australien Aussicht auf einen Panzer-Auftrag im Volumen von mehr als zwei Milliarden Euro. Die Papiere legten mehr als drei Prozent zu. Nebenwerte-Aktien des Chemikalienhändlers Brenntag sowie des Aromenproduzenten Symrise sackten hingegen um gut dreieinhalb beziehungsweise fast 7 Prozent ab. Beide Unternehmen konnten mit ihren jüngsten Geschäftszahlen die Marktteilnehmer nicht überzeugen.

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