Anklage in Prozess um geplanten islamistischen Anschlag in Hessen verlesen

Vor dem Landgericht Frankfurt am Main ist am Montag die Anklage gegen drei Männer verlesen worden, die einen islamistischen Anschlag in Hessen geplant haben sollen. Die Anklage wirft zwei 32-jährigen Brüdern aus Wiesbaden und einem 22-Jährigen aus Offenbach vor, sich Geld zur Finanzierung ihrer Pläne beschafft zu haben. Alle drei sollen der salafistischen Szene angehören.

Demnach sollen die drei Angeklagten geplant haben, mit einem Auto in eine Menschenmenge zu fahren, um möglichst viele "Ungläubige" zu töten. Im Anschluss hätten sie geplant, so lange auf Menschen zu schießen, bis sie selbst von der Polizei erschossen werden. Alternativ hätten Polizisten in einen Hinterhalt gelockt werden sollen.

Einer der Angeklagten habe zur Finanzierung der Pläne eine Wohnung und eine Erstausstattung vom Arbeitsamt beantragt. Mit diesem Geld in Höhe von über 1400 Euro soll die Gruppe einen Kleintransporter angemietet haben. Weil sich daraus nicht sicher habe schießen lassen, habe die Gruppe das Auto noch am selben Tag wieder zurückgegeben. Darüber hinaus hätten sich die Angeklagten über den Kauf von Schreckschusswaffen informiert.

Die drei Angeklagten wurden im März 2019 im Rahmen einer Antiterrorrazzia im Rhein-Main-Gebiet festgenommen. Die Ermittlungen richteten sich damals gegen zehn Beschuldigte aus Hessen und Rheinland-Pfalz. Bei den Durchsuchungen beschlagnahmten die Ermittler unter anderem mehr als 20.000 Euro Bargeld, mehrere Messer, kleinere Mengen Drogen sowie eine Vielzahl schriftlicher Unterlagen und elektronischer Datenträger.

Beginn des Prozesses war im Februar. Die Verlesung der Anklage wurde aber verschoben, weil Akten fehlten. Bis August sind vor dem Frankfurter Landgericht 29 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Die Verteidigung kündigte am Montag an, dass sich zwei ihrer Mandanten bei den kommenden Prozessterminen zu ihrer Person und ihrem Glauben äußern wollen.