Anklage in den USA: Islamist soll Terroranschlag mit Flugzeugentführung geplant haben

Johannes Giesler
·Freier Autor
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Ein 30-jähriger Kenianer wollte angeblich ein Flugzeug entführen und es in ein hohes Gebäude in den USA lenken. Auf den Philippinen soll er dafür seit 2016 von der Terror-Miliz „al-Shabab“ ausgebildet worden sein. Allerdings wurde er vergangenes Jahr verhaftet und diese Woche in die USA überstellt.

Zwei Wachen stehen vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan. Hier wurde am Mittwoch ein 30-jähriger Mann aus Kenia angeklagt, einen terroristischen Anschlag vorbereitet zu haben. Foto: REUTERS / Andrew Kelly
Zwei Wachen stehen vor dem Gerichtsgebäude in Manhattan. Hier wurde am Mittwoch ein 30-jähriger Mann aus Kenia angeklagt, einen terroristischen Anschlag vorbereitet zu haben. Foto: REUTERS / Andrew Kelly

Am Mittwoch wurde in Manhattan ein 30-jähriger Mann aus Kenia angeklagt. Laut Pressemitteilung der US-Bundesstaatsanwaltschaft wird ihm vorgeworfen, einen Terror-Anschlag nach Vorbild der Tat vom 11. September 2001 geplant zu haben.

Damals hatte das islamistische Terrornetzwerk „al-Qaida“ mehrere Verkehrsflugzeuge entführt und in wichtige zivile und militärische Einrichtungen der USA gelenkt. Vor allem die Kollision mit dem „World Trade Center“ in New York City forderte tausende Menschenleben.

Vorbild: Anschlag vom 11. September 2001

Der 30-jährige Angeklagte, sein Name ist Cholo Abdi Abdullah, ist Anhänger der „al-Shabaab“. Dabei handelt es sich laut Bundesverteidigungsministerium um eine Miliz, die „am Horn von Afrika einen islamischen Staat errichten will“. Sie ist vor allem in Somalia, aber auch in Kenia aktiv.

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In der Anklageschrift der US-Bundesstaatsanwaltschaft heißt es, al-Shabab habe al-Qaida Treue geschworen und sei für unzählige terroristische Angriffe verantwortlich, die vielen Amerikaner*innen das Leben gekostet hätten.

Anklageschrift enthält sechs Punkte

Abdullah wurde laut Anklage seit Jahren von einem hohen Shabab-Kommandeur, der im vergangenen Jahr angeblich auch einen Anschlag mit mehreren Opfern in Nariobi zu verantworten habe, ausgebildet.

Im Zuge seiner Terror-Ausbildung habe er seit 2016 auf den Philippinen Flugstunden erhalten und zuletzt auch seinen Pilotenschein gemacht. Außerdem habe er recherchiert, wie man in das Cockpit eines Verkehrsflugzeugs eindringen und die Maschine entführen könne. Zuletzt habe der Angeklagte nach den höchsten Gebäuden der USA gesucht und wie er ein Visum für eine Einreise in die USA erhalten könne.

Abdullah wurde deshalb bereits vergangenes Jahr von philippinischen Behörden verhaftet. Am Dienstag wurde er nun in die USA gebracht. Am Mittwoch folgte bereits die Anklage in Manhattan.

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Diese umfasst insgesamt sechs Punkte, darunter: Verschwörung zum Mord, geplante Entführung und Zerstörung von Flugzeugen, Verübung von Terroranschlägen. Im Falle einer Verurteilung droht Abdullah lebenslange Haft. Er plädierte nach Verlesung der Anklagepunkte auf „nicht schuldig in allen Punkten“.

Ziel: Schaden für die Weltwirtschaft

Zu den Veröffentlichungen hat die New York Times den Terrorismus-Experten Bruce Hoffmann befragt. Er arbeitet im Rat für auswärtige Beziehungen („Council on Foreign Relations“), ein Thinktank für außenpolitische Themen mit Sitz in New York City. Er sagt zu den angeblichen Plänen Abdullahs: „Sie zeigen, wie sehr wir zum Vergessen neigen. Al-Qaida hingegen hat ein gutes Gedächtnis. Die Organisation glaubt, dass sie der Weltwirtschaft erheblichen Schaden zufügen kann, wenn sie die zivile Luftfahrt angreift. Deshalb beharrt sie auch seit knapp 20 Jahren auf dieser Strategie.“

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