Anklage gegen Witwe des Frankfurter "Bierkönigs" Schubert

Mehr als sieben Jahre nach dem Tod des als Frankfurter "Bierkönig" bekannten Bruno Schubert hat die Staatsanwaltschaft gegen seine 34 Jahre alte Witwe Anklage wegen versuchten Totschlags durch Unterlassen erhoben. Zudem wird seinem früheren Generalbevollmächtigen, einem 65-jährigen Rechtsanwalt, Beihilfe dazu zur Last gelegt, wie die Behörde am Donnerstag mitteilte. Der frühere Inhaber der Henninger-Brauerei war im Oktober 2010 im Alter von 90 Jahren gestorben.

Danach gab es bereits einen jahrelangen Rechtsstreit um sein Erbe. Seine zweite Ehefrau stritt vor Gericht darum, Alleinerbin zu sein. Die Leiche Schuberts wurde nach Hinweisen auf einen nicht natürlichen Tod im Jahr 2012 exhumiert und obduziert.

Seiner Witwe und seinem Generalbevollmächtigten wird nun vorgeworfen, Schubert kurz vor seinem Tod nur unzureichend mit Flüssigkeit versorgt zu haben. Sie sollen laut Staatsanwaltschaft zudem gemeinsam entschieden haben, die vom Notarzt empfohlene Verlegung in ein Krankenhaus nicht umzusetzen und Schubert "entgegen seinem in einer Patientenverfügung vorab geäußerten Willen zu Hause sterben zu lassen".

Die Todesursache des 90-Jährigen konnte laut Staatsanwaltschaft nicht sicher festgestellt werden. Es liegen demnach aber Anhaltspunkte dafür vor, dass Schubert vor seinem Tod Medikamente bekam, "die den Todeseintritt beschleunigt haben könnten". Es sei deshalb Anklage wegen "versuchten und nicht vollendeten Totschlags" erhoben worden.