Anklage gegen Pariser Flughafenbetreiber wegen Terminal-Einsturz von 2004

Das eingestürzte Dach von Termial 2E

Mehr als 13 Jahre nach dem tödlichen Einsturz eines Dachs am Pariser Flughafen Roissy-Charles de Gaulle ist gegen den Flughafenbetreiber Aéroports de Paris und drei weitere Unternehmen Anklage wegen fahrlässiger Tötung erhoben worden. Wie am Freitag aus Justizkreisen verlautete, müssen sich die Unternehmen zudem wegen fahrlässiger Körperverletzung vor einem Strafgericht in Bobigny bei Paris verantworten. Beim Einsturz des Dachs des neuen Terminals 2E waren am 23. Mai 2004 vier Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden.

Bei den drei weiteren Unternehmen handelt es sich den Angaben zufolge um die Baufirma GTM, das Ingenieurbüro Ingerop sowie die Inspektions- und Zertifizierungsgesellschaft Bureau Veritas. Die Anklageerhebung fand demnach bereits am Dienstag statt - drei Jahre, nachdem die Staatsanwaltschaft von Bobigny einen Strafprozess gegen die vier Unternehmen gefordert hatte.

Vorausgegangen waren unzählige technische Analysen, Expertenberichte und widersprüchliche Anhörungen, die von wechselnden Untersuchungsrichtern begleitet wurden. Das Unglück ereignete sich nur elf Monate nach der Einweihung des Terminals 2E - einer teuren Glas- und Stahlkonstruktion von Architekt Paul Andreu, der auch die Oper von Peking entworfen hatte.

Die in den Wochen nach dem Dacheinsturz vorgenommene behördliche Untersuchung des Unglücks hatte Fehler in der Konzeption und Realisierung des Baus ergeben. Demnach war der eingestürzte Gebäudeteil von Anfang an nicht tragfähig gewesen. Gerichtliche Untersuchungen bestätigten diese Analyse und kamen zudem zu dem Schluss, dass es eine mangelnde Koordinierung zwischen den am Bau beteiligten Akteuren gegeben habe.