Anklage gegen mutmaßliches Mitglied einer radikalislamischen Gruppe in Pakistan

Die Bundesanwaltschaft hat einen 2015 nach Deutschland gekommenen 24-jährigen Pakistaner als mutmaßliches Mitglied einer radikalislamischen Gruppierung angeklagt. Er soll der als ausländische terroristische Vereinigung eingestuften Lashkar-e-Taiba angehört haben, wie die Karlsruher Behörde am Dienstag mitteilte. Er wollte sich demnach am Kampf gegen Indien im Kaschmir-Konflikt beteiligen. Der 24-Jährige soll sich vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf verantworten.

Der Beschuldigte Waqas A. soll sich im Jahr 2010 auf Wunsch seines Vaters der Lashkar-e-Taiba angeschlossen haben. Er lernte laut Anklage den Umgang mit Waffen und entschloss sich Ende 2014, sich am Dschihad gegen Indien zu beteiligen. Er schloss sich demnach einer Gruppe in Karatschi an, die er allerdings bereits Anfang 2015 wieder verlassen wollte.

Der Mann wurde daraufhin laut Bundesanwaltschaft von den übrigen Mitgliedern in der gemeinsamen Wohnung eingesperrt und misshandelt. Ende Januar 2015 flüchtete er demnach zunächst in sein Elternhaus in Pakistan. Nach mehreren Drohungen soll er sich entschlossen haben, aus Pakistan zu fliehen. Mitte August 2015 kam er nach Deutschland.

Die Lashkar-e-Taiba (Armee der Reinen) verfolgt laut Bundesanwaltschaft das Ziel, das unter indischer Verwaltung stehende Kaschmir-Gebiet an Pakistan anzuschließen und das islamische Recht einzuführen. Die Kaschmir-Region ist seit einem Krieg 1947 zwischen den beiden Atommächten Indien und Pakistan geteilt, wird aber bis heute von beiden Staaten zur Gänze beansprucht. Seit 1989 kämpfen mehrere muslimische Rebellengruppen teils für die Unabhängigkeit Kaschmirs, teils für den Anschluss der Region an Pakistan.