Anklage gegen mutmaßliches IS-Mitglied in Sachsen erhoben

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat Anklage gegen ein mutmaßliches Mitglied der Dschihadistenmilizen Islamischer Staat (IS) und Dschabhat al-Nusra erhoben. Der 40-jährige Syrer Ahmad A. A. soll sich 2011 im syrischen Bürgerkrieg einer Kampfeinheit angeschlossen haben, die er in der Region Raka als "Emir" befehligt habe, teilte die Justizbehörde am Montag mit.

Bis 2013 soll er sich an Kampfhandlungen der als ausländische terroristische Vereinigung eingestuften Dschabhat al-Nusra beteiligt haben. Spätestens im Jahr 2014 soll sich der Beschuldigte dann dem IS angeschlossen haben, für den er Polizei- und Sicherheitsaufgaben wahrnahm.

Der Anklage zufolge verwaltete er unter anderem ein Lager in der Nähe der syrischen Stadt Tabka, das dem IS als Ausbildungslager für angehende Kämpfer und als Gefängnis für syrische Soldaten diente. In diesem Lager soll sich Ahmed A. A. mindestens in einem Fall persönlich an der Misshandlung einer anderen Person beteiligt haben.

Die Bundesanwaltschaft hatte den Syrer im Mai vergangenen Jahres in der Nähe von Leipzig festnehmen lassen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe gab das Ermittlungsverfahren im November an die Generalstaatsanwaltschaft Dresden ab.