Anklage gegen mutmaßliche Mitglieder eines Drogenhändlerrings mit Mafiabezug

Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat Anklage gegen mutmaßliche Mitglieder eines Drogenhändlerrings mit Verbindungen zur italienischen Mafia erhoben. Elf Männer sollen sich wegen Drogenhandels und anderen Straftaten vor Gericht verantworten, wie die Behörde am Mittwoch mitteilte. Einem der Beschuldigten wird demnach auch versuchter Mord zur Last gelegt. Die Ermittler hatten den mutmaßlichen Drogenhändlerring im Juni 2017 im Zuge einer Großrazzia zerschlagen.

Die Ermittlungen ergaben laut Staatsanwaltschaft Bezüge zur sizilianischen Cosa Nostra und zur kalabrischen 'Ndrangheta. Im Mittelpunkt der insgesamt 54 Tatvorwürfe steht demnach der Drogenhandel, den die zwischen 25 und 52 Jahre alten Beschuldigten von Ende 2013 bis Mitte 2017 betrieben haben sollen.

Einem der vier Hauptbeschuldigten wird versuchter Mord vorgeworfen. Er soll wegen eines Streits im Zusammenhang mit den Drogengeschäften im Mai 2017 mit einem Revolver fünfmal in ein erleuchtetes Fenster einer Gaststätte im Schwarzwald-Baar-Kreis geschossen haben.

Neun Beschuldigte sitzen in Untersuchungshaft. Die Haftbefehle gegen zwei weitere Beschuldigte wurden gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Insgesamt richten sich die Ermittlungen gegen 46 Beschuldigte. Der Großrazzia im vergangenen Sommer waren monatelange Ermittlungen in Italien und Deutschland vorausgegangen.