Anklage gegen Malaysias Ex-Regierungschef in Korruptionsaffäre

Malaysias Ex-Regierungschef Najib Razak auf dem Weg zum Gericht

Malaysias erst kürzlich abgewählter Regierungschef Najib Razak muss sich in einem Korruptionsskandal vor Gericht verantworten. Ein Untersuchungsrichter erhob am Mittwoch Anklage gegen den 64-Jährigen wegen Untreue und Amtsmissbrauchs. Aus einem malaysischen Staatsfonds sollen 42 Millionen Ringgit (8,9 Millionen Euro) auf Privatkonten Najibs geflossen sein. Für jeden der insgesamt vier Anklagepunkte können bis zu 20 Jahre Haft verhängt werden. Najib erklärte sich in allen Anklagepunkten für unschuldig.

Anti-Korruptions-Ermittler hatten Najib am Dienstag in seinem Anwesen in der Hauptstadt Kuala Lumpur festgenommen. Der 64-Jährige ist in einen Skandal um den von ihm gegründeten Vermögensfonds 1MDB verwickelt. Verwandte und Vertraute des ehemaligen Regierungschefs sollen mit Geld aus dem Fonds unter anderem Luxuswohnungen in New York und Gemälde von Vincent Van Gogh gekauft haben. Mehrere Milliarden Dollar verschwanden in dunklen Kanälen. Najib und der Fonds weisen alle Vorwürfe zurück.

Bei der Parlamentswahl am 9. Mai hatte Najib eine schwere Niederlage erlitten. Der 92-jährige neue Regierungschef Mahathir Mohamad versprach, Ermittlungen gegen seinen Vorgänger einzuleiten. Die Behörden verhängten eine Ausreisesperre gegen Najib und seine Ehefrau Rosmah Mansor. Sie ist für ihre Vorliebe für teure Einkaufstouren und Luxus-Handtaschen bekannt und in der Bevölkerung äußerst unbeliebt.