Anklage gegen britische Bank Barclays wegen Geldbeschaffung in Katar

Die britische Betrugsbekämpfungsbehörde verklagt die Großbank Barclays und ihren ehemaligen Chef John Varley wegen finanzieller Hilfen aus Katar. Sie wirft der Bank, Varley sowie drei weiteren Ex-Managern "Verschwörung zum Betrug und illegale Zahlungen" vor, wie die Behörde am Dienstag in London mitteilte. Sie hatte fünf Jahre lang in dem Fall ermittelt.

Es geht um Investitionen aus Katar und Abu Dhabi in die Bank in Milliardenhöhe während der Finanzkrise 2008. Das Geld kam von Mitgliedern der dort regierenden Familien oder von Staatsfonds. Zudem bekam die Bank einen Kredit in Höhe von drei Milliarden Pfund (heute 3,4 Milliarden Euro) direkt vom Staat Katar. Barclays blieb es damit erspart, beim britischen Staat um Hilfe zu ersuchen. Die Betrugsbekämpfungsbehörde untersuchte insbesondere Zahlungen für "Ratschläge" in Höhe von 322 Millionen Pfund, die Barclays an den katarischen Staatsfonds zahlte.

Die britische Finanzaufsicht hatte Barclays bereits 2013 eine Strafe von 50 Millionen Pfund aufgebrummt, weil die Bank nicht offenlegen wollte, welche Gelder genau an die Investoren aus Katar flossen. Die Bank legte dagegen Berufung ein - bis zur Entscheidung der Betrugsbekämpfungsbehörde blieb dieser Streit aufgeschoben. Auch US-Behörden untersuchen den Fall.