Anklage fordert zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen Tods von sechs Jugendlichen

Im Prozess um den tragischen Erstickungstod von sechs jungen Menschen in einem Gartenhaus im unterfränkischen Arnstein hat die Staatsanwaltschaft für den Angeklagten zwei Jahre Haft auf Bewährung wegen fahrlässiger Tötung gefordert. Die Verteidigung des Vaters von zweien der Toten plädierte dagegen auf eine Verurteilung ohne Strafe, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte.

Ein Absehen von einer Bestrafung ist für Täter möglich, die von den Tatfolgen selbst so schwer betroffen sind, dass jede Strafe als verfehlt anzusehen wäre. Dies gilt allerdings nur bei Strafen von bis zu einem Jahr. Ein Urteil sollte noch am Donnerstag gesprochen werden.

Von den in dem Verfahren als Nebenklägern auftretenden Eltern der vier Freunde der Kinder des Angeklagten schloss sich ein Nebenkläger der Staatsanwaltschaft an. Dem Sprecher zufolge forderte aber ein anderer Nebenkläger, den 52-Jährigen zu einer Haftstrafe ohne Bewährung zu verurteilen.

Die Heranwachsenden im Alter von 18 und 19 Jahren waren im Januar bei einer Geburtstagsfeier in der Laube an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben, der Angeklagte selbst fand die Toten am folgenden Morgen. Laut Staatsanwaltschaft hatte er in der Hütte einen benzinbetriebenen Stromgenerator aufgebaut, der nach Angaben des Herstellers nicht in geschlossenen Räumen hätte laufen dürfen.