Anklage zu Einsturz von Kölner Stadtarchiv zugelassen

Das Landgericht Köln hat die Anklage der Staatsanwaltschaft wegen des Einsturzes des Kölner Stadtarchivs im März 2009 in vollem Umfang zugelassen. Damit müssen sich sechs Beschuldigte wegen des Vorwurfs der fahrlässigen Tötung und wegen Baugefährdung vor Gericht verantworten, ein siebter Beschuldigter war zwischenzeitlich verstorben. Der Prozess vor der zehnten Strafkammer des Kölner Landgerichts soll im Januar kommenden Jahres beginnen.

Das Gebäude des Stadtarchivs am Kölner Waidmarkt, eines der bedeutendsten Kommunalarchive Europas, war bei U-Bahnbauarbeiten am 3. März 2009 zusammengestürzt und hatte zwei Nachbarhäuser mit in die Tiefe gerissen. Zwei Anwohner kamen bei dem Einsturz ums Leben.

Grundlage für die Anklage der Staatsanwaltschaft ist ein Sachverständigengutachten zu möglichen Fehlern bei den Arbeiten. Schon seit Jahren gibt es Vermutungen, wonach Baufehler bei der Errichtung einer Schlitzwand an der U-Bahnbaustelle vor dem Archivgebäude zu dessen Einsturz geführt haben könnten. Die Baufirmen vertreten hingegen die These, dass ein nicht vorhersehbarer Einbruch von Grundwasser die Gebäude unterspült und zum Einsturz gebracht habe.

Die Justiz steht wegen der Verjährungsfrist von zehn Jahren zunehmend unter Zeitdruck. Das Urteil in einem Strafprozess müsste spätestens bis zum 2. März 2019 fallen. Medienberichten zufolge könnte einer der sechs lebenden Beschuldigten - der damalige Polier an der Baustelle - wegen einer schweren Erkrankung womöglich prozessunfähig sein.