Anja Kling: Beerdigungen schließen Humor nicht aus

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Anja Kling credit:Bang Showbiz
Anja Kling credit:Bang Showbiz

Anja Kling findet, dass Beerdigungen Humor nicht ausschließen.

Die Schauspielerin ist diese Woche in der Comedyserie „Das Begräbnis“ zu sehen. Es heißt, dass auf Beerdigungen mehr gelogen wird, als überall sonst. Kling im Interview mit dem ‘RND‘ dazu: „Ich habe auf Beerdigungen schon Reden gehört, die über den Verstorbenen kaum etwas ausgesagt haben, sodass ich gedacht habe, das hat mit dem Menschen, den ich gekannt habe, überhaupt nichts zu tun. Das macht die Trauer über den Verlust des Menschen, den man da gerade zu Grabe trägt, dann noch größer.“ Aber passen Humor und Beerdigungen eigentlich zusammen? Kling weiter: „Ich finde, dass Beerdigung und Humor sich nicht komplett ausschließen müssen. Natürlich kann ich nur für mich sprechen. Für meine eigene Trauerfeier würde ich mir wünschen, dass die Gäste möglichst heitere Geschichten erzählen, die sie mit mir erlebt haben. Es würde mir wenig gefallen, wenn alle in Schwarz flüsternd vor sich hin weinen würden. Dass man trauert, ist doch klar. Aber für die Hinterbliebenen muss das Leben dennoch weitergehen, und da wäre es doch schöner, wenn man nach der anfänglichen Trauer schnell zu den heiteren Momenten zurückfinden würde.“

Sind wir denn verklemmt, wenn es ums Sterben geht? Kling: „Das ist nun mal unsere Kultur, man will der Trauer Raum geben und Zeit lassen. Mich persönlich ängstigt nicht der eigene Tod, sondern der Gedanke an Krankheit, und Siechtum und den Verlust geliebter Menschen um mich herum. Wir vergessen oder verdrängen in unserer Kultur den Tod viel zu oft. Jeder weiß, dass man sterben muss, ganz egal, wie viele gute Taten man vollbringt oder ob man jeden Tag zehn Äpfel isst. Also tabuisieren wir den Tod so lange wie möglich, werden aber dann, wenn jemand aus der Familie oder dem Freundeskreis stirbt, völlig aus der Bahn geworfen.“

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