Anhänger von Oppositionsführer Nawalny vor Protesten gegen Putin festgenommen

Proteste gegen Sperrung von Messenger-Dienst Telegram am Montag

Vor geplanten Protesten gegen die erneute Amtseinführung von Präsident Wladimir Putin hat die russische Polizei mehrere Anhänger von Oppositionsführer Alexej Nawalny festgenommen. Wie die Bürgerrechtsorganisation OVD-Info am Freitag mitteilte, wurden die Oppositionsaktivisten in St. Petersburg, im sibirischen Krasnojarsk, im südrussischen Krasnodar und in westrussischen Tambow in Gewahrsam genommen. In westrussischen Rjasan wurde ein Aktivist demnach stundenlang von der Polizei festgehalten, weil er Flugblätter verteilt hatte.

Nawalny, der von der Präsidentenwahl im März ausgeschlossen worden war, hat für Samstag zu landesweiten Protesten gegen Putins Amtseinführung am Montag aufgerufen. In Moskau, St. Petersburg und mehreren anderen Städten haben die Behörden die Demonstrationen nicht genehmigt.

Nawalny bezeichnete Putin im Kurzbotschaftendienst Twitter als "feigen alten Mann", der sich für einen "Zar" halte. "Aber er ist nicht unser Zar, also geht am 5. Mai auf die Straße", forderte er seine Anhänger auf.

Beobachter befürchten, dass es bei den Protesten zu Zusammenstößen mit der Polizei kommen könnte. Im Mai 2012 waren zehntausende Menschen gegen Putins Vereidigung für seine dritte Amtszeit auf die Straße gegangen. Die Polizei hatte die Demonstrationen gewaltsam aufgelöst, mehr als 400 Menschen wurden festgenommen. Rund 30 Demonstranten wurden vor Gericht gestellt und zu bis zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Putin hatte die Wahl im März mit mehr als 76 Prozent der Stimmen klar gewonnen. Der 65-Jährige kann nun sechs weitere Jahre bis 2024 im Amt bleiben. Am Montag wird er für seine vierte Amtszeit als Präsident vereidigt.