Angst vorm Börsencrash 2021? Diese 3 Aktien halten durch

Lou Whiteman
·Lesedauer: 6 Min.
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance Crash
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance Crash

Aktien haben in den letzten Jahren bemerkenswert zugelegt. Obwohl sich der Markt von dem Crash Anfang 2020 erholen musste, hat sich der Wert des S&P 500 in den letzten fünf Jahren verdoppelt.

Natürlich währt nichts ewig. Da sich viele Aktien ihren Allzeithochs nähern und der Markt überhitzt wirkt, gibt es immer mehr Gerede darüber, wann der nächste Crash kommen wird.

Das kann natürlich niemand wissen. Aber dies scheint ein guter Zeitpunkt zu sein, um zumindest für die Möglichkeit eines Crashs vorzusorgen und geeignete Aktien zu ermitteln, wenn der Markt abschmiert.

Drei Fools glauben, dass Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2), Ford Motor (WKN: 502391) und General Dynamics (WKN: 851143) gute Aktien für den Crash sind.

Lernen vom Großmeister

Lou Whiteman (Berkshire Hathaway): Warren Buffetts Berkshire Hathaway hat sich in den letzten fünf Jahren schlechter als der breite Markt entwickelt. Das hat einige dazu veranlasst, sich zu fragen, ob das Orakel von Omaha die beste Zeit hinter sich hat.

Berkshire hat in den letzten Jahren einige Tech-Aktien wie Apple und Amazon gekauft, aber sein Portfolio ist nicht darauf ausgelegt, mit der Art von NASDAQ-getriebener Tech-Rallye zu konkurrieren, die wir zuletzt erlebt haben. Es ist jedoch gut aufgestellt, um einen Abschwung zu überstehen. Grund dafür sind Investments in einer Reihe von Sektoren, die eher krisenfest sind.

Berkshire Hathaway verdient einen großen Teil seines Geldes mit dem Versicherungs- und Versorgungssektor. Beide sind in guten Zeiten nicht besonders attraktiv, schneiden dafür in schlechten Zeiten aufgrund ihrer Zuverlässigkeit gut ab. Das Unternehmen besitzt auch Burlington Northern Santa Fe, eine der beiden wichtigsten Güterbahngesellschaften im Westen der USA.

Das Aktienportfolio des Unternehmens enthält eine Reihe von Value-Investments, darunter einige der größten Banken der USA, Coca-Cola und den Supermarktbetreiber Kroger. Berkshire verfügt außerdem über mehr als 140 Milliarden USD an Barmitteln, die es zum Kauf von Vermögenswerten einsetzen kann, sollten die Aktienkurse fallen.

Unterm Strich ist die beste Vorbereitung auf den Crash, eine Reihe starker Unternehmen zu kaufen und dann nicht in Panik zu verkaufen. Der Kauf von Berkshire bietet diese Diversifizierung mit dem zusätzlichen Vorteil, dass das Portfolio in festen Händen liegt.

In seinem Brief an die Aktionäre aus dem Jahr 2004 verglich Buffett das Investieren mit Schwimmen im Meer und sagte: „Wenn die Ebbe kommt, sieht man, wer nackt im Wasser war.“ Diese Überraschung dürfte man bei Berkshire nicht erleben.

Der Fels in der Brandung

John Rosevear (Ford Motor): Ford und seine Investoren haben viel aus dem großen Marktcrash von 2008 und Anfang 2009 gelernt. Unter anderem lernte Ford den Wert einer großen Bargeldreserve schätzen, die es dem Unternehmen ermöglichte, die Entwicklung neuer Produkte fortzusetzen, während die Konkurrenten ihre Budgets kürzten – und die Investoren lernten, dass Aktien von Autoherstellern mit neuen Produkten dazu neigen, bei einer wirtschaftlichen Erholung früh zu steigen.

2020 war ein hartes Jahr für die weltweite Autoindustrie, aber Ford hat es gut überstanden. Das Unternehmen nahm eine Menge neuer Schulden auf, nachdem es seine Fabriken im letzten Frühjahr stillgelegt hatte. Man erinnerte sich an die Lektion, dass man in einer Krise Reserven haben muss. Doch wie sich herausstellte, brauchte Ford die Reserve gar nicht: Zum Jahresende überstieg der Bestand die Schulden um fast 7 Milliarden USD.

Die Aussichten von Ford für 2021 sind ziemlich rosig – allerdings mit einem Vorbehalt, zu dem wir gleich kommen werden. Das Unternehmen stockt die Lagerbestände des neuen F-150 auf, seinem profitabelsten Produkt. Ford hat auch mit der Auslieferung des kompakten Geländewagens Bronco Sport und des elektrischen Mustang Mach-E begonnen. Der größere Bronco kommt Mitte des Jahres, und die Auslieferung des wichtigen batterieelektrischen Transit-Nutzfahrzeugs (genannt e-Transit) beginnt im Herbst.

Der Vorbehalt? Infolge der hohen Nachfrage nach neuen PCs aufgrund des Lockdowns gibt es einen weltweiten Mangel an Mikrochips. Und die werden auch in modernen Fahrzeugen verwendet. Dies hat dazu geführt, dass eine Reihe von großen Autoherstellern, einschließlich Ford, die Produktion von wichtigen Modellen reduziert hat. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht klar, ob sich dieser Chip-Mangel in ein paar Wochen entspannen wird. Vielleicht hält er auch noch mehrere Monate an. Das sollten Anleger weiter beobachten.

Dennoch denke ich, dass Ford eine großartige Aktie ist, die man halten sollte, wenn der Markt dieses Jahr abstürzt. Ja, der Aktienkurs dürfte dann für eine Weile sinken. Aber der große Bargeldbestand und die starke Produktpipeline des Autoherstellers sollten dazu beitragen, dass er sich vor dem Gesamtmarkt erholt (und dann noch einiges mehr), so wie es in den Jahren 2009 und 2010 der Fall war.

Viel Action fürs Geld

Rich Smith (General Dynamics): Aktienmärkte boomen und Aktienmärkte stürzen ab. In guten wie in schlechten Zeiten kann man sich jedoch darauf verlassen, dass sich eine vernünftig bewertete Rüstungsaktie einigermaßen gut hält. Und deshalb würde ich heute in General Dynamics investieren.

Was macht eine Rüstungsaktie zu einem „vernünftigen Wert“? Ich sage seit Langem, dass die natürliche Bewertung für solche Unternehmen historisch gesehen ein Preis ist, der dem Jahresumsatz entspricht. Die Aktie von General Dynamics wird derzeit in der Nähe dieses Wertes gehandelt. Als eine der günstigsten Rüstungsaktien auf dem Markt liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis derzeit bei etwa 1,1. Gemessen an den Gewinnen werden die Aktien zu einem geringen 13,8-Fachen des Gewinns gehandelt (für den inzwischen überbewerteten S&P 500 liegt das KGV bei 39).

Natürlich kann auch die billigste Aktie kein Schnäppchen sein, wenn es ihr an Wachstumsaussichten mangelt. Wie schneidet General Dynamics in dieser Hinsicht also ab?

General Dynamics ist wahrscheinlich am bekanntesten für seinen M1 Abrams Panzer und ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Rüstungsindustrie. Doch ich denke, dass die anderen Geschäftsbereiche des Unternehmens sogar noch besser abschneiden könnten als die Panzersparte.

Die Luft- und Raumfahrtsparte stellt zum Beispiel keine Kampfjets oder Bomber her, wie man es erwarten würde. Sie produziert Gulfstream-Business-Jets. Die sind für die Superreichen in der Pandemie noch wichtiger geworden. Und der Geschäftsbereich Marinesysteme ist perfekt positioniert, um von dem langfristigen Plan der US-Marine zu profitieren, ihre Schlachtflotte um mehr als 20 % auf 355 Schiffe zu vergrößern.

Deswegen prognostizieren Analysten, dass General Dynamics seine Gewinne in den nächsten drei Jahren um jeweils rund 10 % steigern wird. Für eine Aktie mit einem KGV von 13,8 und einer Dividendenrendite von 2,9 % scheint mir das genau richtig zu sein.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Apple und Berkshire Hathaway. John Rosevear besitzt Aktien von Amazon, Apple und Ford. Lou Whiteman besitzt Aktien von Berkshire Hathaway, Ford und General Dynamics. Rich Smith besitzt keine der angegebenen Aktien. Dieser Artikel erschien am 6.2.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

Motley Fool Deutschland 2021