Angst vor Turbulenzen? Warum ich denke, dass wir auf einen Börsencrash wohl noch eine Weile warten müssen!

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Crash: Blick in den Abgrund Korrektur Börsencrash Aktiencrash
Crash: Blick in den Abgrund Korrektur Börsencrash Aktiencrash

Ich muss eines unumwunden zugeben. Nämlich, dass auch ich zu denen gehöre, die letztes Jahr im März glaubten, dass die Börsen den Corona-Schock nicht so schnell verdauen würden. Auch wenn ich mich nicht gerade als ängstlichen Investor bezeichnen würde, hatte ich mich damals schon auf eine längere Korrekturphase der Märkte eingestellt. Aber ich denke, dass nicht nur ich wieder einmal eines Besseren belehrt wurde.

Denn die durch Corona ausgelöste heftige Korrektur kann man wohl durchaus als einen recht kurzen Börsencrash bezeichnen. So schnell wie die Kurse damals in den Keller rauschten, fanden sie anschließend auch wieder den Weg nach oben. Und bis heute übertreffen sich die großen Indizes mit immer neuen Höchstständen. Doch wie weit kann es mit den Kursen eigentlich noch nach oben gehen?

Seriös lässt sich diese Frage allerdings kaum beantworten. Doch wir können natürlich versuchen, hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Und zwar, indem wir uns einmal anschauen, was die Kurse derzeit überhaupt antreibt und wie es möglich ist, dass die Börsen trotz der weiter existierenden Coronapandemie in Jubelstimmung sind.

Die Partystimmung hält an

Also ich finde durchaus, dass man es eine Party nennen kann, was sich da vor unser aller Augen an den Märkten abspielt. Sowohl unser DAX als auch der amerikanische Dow Jones bewegen sich weiterhin nahe an ihren absoluten Höchstständen. Doch muss uns dies wirklich in Erstaunen versetzen? Denn schließlich wird an den Börsen ja immer die Zukunft gehandelt. Und offenbar sehen diese viele Investoren gerade als äußerst rosig an.

Dies ist sicherlich unter anderem der Tatsache geschuldet, dass es mittlerweile einige zugelassene Impfstoffe gegen COVID-19 gibt. Und diese stehen auch einem immer größeren Teil der Weltbevölkerung zur Verfügung. Unter anderem deshalb werden die Anleger auch ein ganz klares Zukunftsszenario im Kopf haben. Sicherlich gehen sie davon aus, dass, je mehr Menschen immunisiert werden, auch die Coronapandemie logischerweise zu einem Ende finden sollte.

Es gibt aber noch etwas, was meines Erachtens weiteres Potenzial für die Märkte bedeuten könnte. Nämlich der Umstand, dass immer mehr Menschen beginnen, sich für die Börse zu interessieren. Alleine in Deutschland wurden im vergangenen Jahr mehr als 1,5 Mio. Depots bei den Onlinebrokern eröffnet. Und als jüngerer Mensch gilt man ja heute schon fast als Außenseiter, wenn man sich nicht für Aktien begeistert. Also können wir feststellen, dass auch von den Privatanlegern wohl immer mehr Geld in den Markt gepumpt wird.

Wie lange geht es noch so weiter?

Man muss es einfach zur Kenntnis nehmen. Und zwar, dass Aktien derzeit weiterhin sehr beliebte Anlageobjekte sind. Und ich denke, man kann an dieser Stelle durchaus auf den Gedanken kommen, dass sich die Hausse irgendwie verselbstständigt hat. Immer mehr Anleger wollen an den steigenden Kursen partizipieren und springen deshalb auf den fahrenden Zug auf. Aber nicht nur das. Von nicht wenigen Unternehmen wird man ja zusätzlich auch noch mit attraktiven Dividendenzahlungen verwöhnt. Und in der aktuellen Nullzinsphase ist dies wahrscheinlich für viele Investoren zusätzlich verlockend.

Bringen wir es also auf den Punkt: Die Börsen könnten ihre Aufwärtsbewegung sicherlich durchaus noch eine Weile fortsetzen. Zumindest, solange sich an den derzeitigen Rahmenbedingungen nicht allzu viel ändert. Doch wir wissen selbstverständlich alle, dass dies wahrscheinlich nicht ewig der Fall sein wird. Man sollte also immer auch ein gewisses Maß an Weitblick walten lassen. Denn nichts wäre schlimmer, als wenn man von der nächsten Korrektur irgendwann auf dem falschen Fuß erwischt wird.

Der Artikel Angst vor Turbulenzen? Warum ich denke, dass wir auf einen Börsencrash wohl noch eine Weile warten müssen! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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