Angst in Moldau: "Man legt sich nicht mit den Russen an"

Angst in Moldau: "Man legt sich nicht mit den Russen an"

Der Krieg in der Ukraine hat auch negative Folgen für die Republik Moldau, die die Lage im Nachbarland mit großer Sorge beobachtet. Die Behörden in Chisinau befürchten, dass auch ihr Land in den Krieg hineingezogen werden könnte, insbesondere nach den jüngsten Entwicklungen in Transnistrien.

30 Jahre nach dem Krieg in der Republik Moldau, müssen die Menschen, die den Fluss Dnjestr überqueren,  drei Checkpoints passieren: den der separatistischen Milizen, der russischen Soldaten und der moldawischen Polizei.

Dasselbe gilt für die Bewohner des Dorfes Varnița nahe der transnistrischen Grenze, das vor drei Jahrzehnten in dem blutigen Krieg verwüstet wurde. Die Kämpfe, die 1992 fünf Monate angedauert haben, waren die blutigsten nach dem Zerfall der Sowjetunion.

Die separatistische Region Transnistrien wird seit dem Krieg 1992 von russischen Truppen kontrolliert. Bis heute dauert der Konflikt an und flackert immer mal wieder auf.

Nun befürchten die Menschen, dass der Krieg aus dem Nachbarland Ukraine auch zu ihnen kommen könnte. Russische Soldaten wurden bereits in das Gebiet geschickt.

In Varnița auf der von Moldawien kontrollierten Seite nahe der transnistrischen Grenze wachsen die Ängste. Dort sind 2.000 russische Soldaten stationiert, die zu den so genannten Friedenstruppen gehören, die 1992 von Russland entsandt wurden.

"Man sieht, dass sie auch in die Ukraine gegangen sind und getötet haben. Man legt sich nicht mit den Russen an" sagt ein Mann aus dem Ort. "Es könnte so kommen, dass die Separatisten dann Varnița verwalten", sagt ein anderer. Wenn der Konflikt ausbrechen würde, würde man wohl nach Rumänien oder Italien fliehen, sagt ein anderer Bewohner.

Der ehemalige Botschafter der Republik Moldau in den USA, Igor Munteanu, schätzt das Risiko eine Ausweitung des Kriegs auf das Gebiet Moldawiens als hoch ein.

"Russland hat seine Pläne, die ehemaligen sowjetischen Gebiete zu besetzen, weder zurückgenommen noch aufgegeben. Das zeigt sich sehr deutlich an den massiven militärischen Konzentrationen im Donbas-Gebiet und den wiederholten Versuchen, die Seeherrschaft im Schwarzen Meer zu erobern und einen gezielten militärischen Angriff in den südlichen Regionen Bessarabiens zu erzwingen."

Die Behörden in Chisinau verfolgen genau, was in der prorussischen Separatistenregion geschieht, vor allem, seit die Armee in Transnistrien und die russischen Truppen in der Region in Alarmbereitschaft versetzt worden sind.

Die Republik Moldau verfügt über eine kleine Armee von knapp 6.000 Offizieren und Soldaten. Die Streitkräfte haben keine Panzer und überwiegend alte sowjetischer Militärausrüstung. Nach Ansicht von Chisinau sollte das Land nach NATO-Standard ausgerüstet werden.

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