Angst vor Klimawandel und Flammeninfernos - einige wollen wegziehen

Der Süden Europas leidet weiter unter großer Hitze und dramatischen Waldbränden. Während in einigen Gebieten gegen die Flammen gekämpft wird, bereitet man sich andernorts auf die Wiederaufforstung vor, die viel Zeit und Geld kosten wird.

**Slowenien:**Blindgänger aus dem Ersten Weltkrieg behindern Brandbekämpfung

In Slowenien dauern die Waldbrände im Gebiet Karst weiter an. Wegen der Bedrohung durch die Flammen mussten erneut drei Dörfer evakuiert werden. 1.000 Feuerwehrleute und 300 weitere Helfer waren am Freitag im Einsatz.

Die Brände wüten den sechsten Tag in Folge. Immer wieder aufkommende Winde sowie enorme Trockenheit erschweren die Brandbekämpfung. Die Feuerwehrleute kämpfen zu Lande und aus der Luft gegen die Flammen. Ein Problem bei der Brandbekämpfung sind Blindgänger aus dem Ersten Weltkrieg.

Im Isonzo-Tal und in den Julischen Alpen hatten zwischen 1915 und 1918 erbitterte Schlachten zwischen Österreich-Ungarn und Italien getobt. Das damalige Kriegsgebiet liegt heute zum größten Teil im slowenischen Karst. Der slowenische Verteidigungsminister Marjan Sarec sagte, wegen der Blindgänger könnten die Feuerwehrleute nicht in die Tiefen der Wälder vordringen. Deshalb erfolge die Brandbekämpfung vornehmlich aus der Luft.

Griechenland: Flammen toben am Rand des Dadia-Nationalparks

Ein anderer großer Brand bedroht ein Waldgebiet im Westen des griechisch-türkischen Grenzflusses Evros. Die Flammen toben am Rand des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas.  Meteorologen erwarten eine lange Hitzewelle, die in Teilen Griechenlands bis Anfang August dauern soll.

Knapp 300 Feuerwehrleute, 65 Fahrzeuge, vier Flugzeuge und vier Hubschrauber versucht, den Brand einzudämmen, unterstützt von Maschinen der Armee und städtischen Wasserfahrzeugen.

Die Vegetation ist besonders leicht entflammbar und besteht hauptsächlich aus Kiefern, was die Aufgabe der Brandbekämpfer erschwert.

Der Wald von Dadia, Teil des Nationalparks Dadia-Lefkimi-Soufli in Evros, ist eines der einzigartigsten Ökosysteme auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Der Park steht unter dem Schutz von Natura 2000 und beherbergt einen dichten, alt gewachsenen Kiefernwald mit Tausenden von Tierarten, von denen viele selten sind.

Frankreich und Spanien: Wiederaufbai wird Zeit und Geld kosten

Die Waldbrände in der Gironde in Südfrankreich haben mehr als 20.000 Hektar Vegetation vernichtet. Die französischen Behörden sind besorgt über die Schäden und gehen von einem langen und kostspieligen Wiederaufbau aus.

Die Forstwirtschaft wird damit beschäftigt sein, den Wald so effizient wie möglich wieder aufzuforsten. Präsident Emmanuel Macron hat ein Projekt zur Wiederaufforstung angekündigt.

Auch in Spanien begutachtet man die Schäden der Brände. Bewohner:innen der betroffenen Regionen denken daran, diese aus Angst vor dem Klimawandel und einer Zunahme der Infernos zu verlassen. Im Dorf A Veiga de Cascalla fegt Lila Rodriguez verbrannte Trümmer vor ihrem Haus zusammen. Sie überlegt, die Gegend zu verlassen, weil die Waldbrände immer häufiger werden.

Nach Angaben der Vereinten Nationen erwärmt sich die Mittelmeerregion 20 Prozent schneller als der globale Durchschnitt. Die Temperaturen stiegen in vielen spanischen Städten im Frühjahr auf über 40 Grad Celsius - ein Wert, der normalerweise im Hochsommer erreicht wird.

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