Die Angst vor dem Coronavirus erreicht die NBA

Tobias Wiltschek

Während in Europa und Asien immer mehr Sportveranstaltungen abgesagt werden oder vor leeren Rängen stattfinden, waren die USA bislang davon weitestgehend verschont geblieben.

Das könnte sich aber schon sehr bald ändern. In der NBA geht seit diesem Wochenende die Angst um, dass auch in der besten und spektakulärsten Basketball-Liga der Welt die Spiele vom Virus beeinträchtigt werden könnten. (SERVICE: Ergebnisse/Spielplan NBA)

Wie ESPN berichtet, hat die Liga den 30 Teams in einem Schreiben eine Frist bis kommenden Dienstag gesetzt, um mehrere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Außerdem sollten sich die Teams darauf einstellen, dass Spiele vor leeren Rängen ausgetragen werden könnten.

Die Maßnahmen besagen, dass die Franchises einen Spezialisten für Infektionskrankheiten benennen, eine Testanlage für das Coronavirus bereitstellen und eine Liste mit Mitarbeitern erstellen müssen, die engen Kontakt zu den Spielern haben.

NBA hält Telefonkonferenz mit Teams ab

Außerdem gab die NBA bekannt, dass sie am Montagabend eine Telefonkonferenz mit Coaches und Ärzten der Teams durchführen werde.

Bis zum Wochenende sind in den USA knapp 500 Infektionsfälle bekannt geworden, 15 Menschen sind bereits am Coronavirus gestorben.


Superstar LeBron James von den Los Angeles Lakers hält dennoch nichts von Spielen ohne Fans und droht sogar mit Boykott. "Wenn ich das Parkett betrete und es sind keine Zuschauer in der Halle, dann spiele ich nicht", sagte James vor dem Spiel der Lakers gegen den Stadtrivalen L.A. Clippers.

"Ich habe noch nie ohne Zuschauer gespielt. Ich spiele für meine Teamkollegen, aber auch für die Fans. Darum geht es doch", sagte er weiter.

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Walker würde Absagen vorziehen

Kemba Walker von den Boston Celtics ging nicht so weit, will sich aber ein solches Szenario auch nicht vorstellen. "Das wäre schrecklich", sagte der Guard und plädierte stattdessen dafür, die Spiele gleich abzusagen.


Vor einer Absage stand bereits die Partie zwischen den Golden State Warriors und den Philadelphia 76ers am Samstagabend, nachdem das Gesundheitsamt der Stadt San Francisco die Absage oder Verschiebung von "großen Versammlungen, wie Konzerte oder Sportveranstaltungen" empfohlen hatte.

Zuvor waren auch in San Francisco die ersten beiden Infektionsfälle bekanntgeworden.

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Warriors gegen bei Curry Entwarnung

Wie groß die Angst vor dem Virus innerhalb der NBA ist, verdeutlicht nicht zuletzt der Fall von Warriors-Superstar Steph Curry. Der dreimalige NBA-Champion und zweimalige MVP erkrankte an der Grippe. Sein Team sah sich sofort veranlasst, Entwarnung zu geben.

"Es gibt keine spezifischen Risikofaktoren für COVID-19. Er hat eine saisonale Grippe", hieß es in einem Statement der Warriors.  

Niemand in der NBA will sich ausmalen, was passieren könnte, wenn sich sogar einer der Protagonisten selbst mit dem hochansteckenden Virus infizieren würde.