Angeschlagene britische Premierministerin innerparteilich unter Druck

Die britische Premierministerin Theresa May steht innerparteilich unter Druck. Nach ihrem missglückten Auftritt auf dem Tory-Parteitag mehren sich die Stimmen für ihren Rücktritt. May verweist auf die die Unterstützung ihrer Person durch das Kabinett

Die angeschlagene britische Premierministerin Theresa May ist sich nach eigenen Angaben der vollständigen Unterstützung ihres Kabinetts sicher. May reagierte damit am Freitag auf Angaben eines Abgeordneten und ehemaligen Vorsitzenden ihrer Konservativen Partei über ein Komplott von etwa 30 Abgeordneten zu ihrer Entmachtung. Die Regierungs- und Parteichefin sagte Reportern in ihrem Wahlkreis Maidenhead: "Was das Land braucht, ist eine ruhige Führung, und das ist es, was ich mit voller Unterstützung meines Kabinetts leiste."

Der ehemalige Parteivorsitzende und Entwicklungshilfeminister Grant Shapps sagte dem BBC-Radio, nach Mays missglücktem Auftritt beim Tory-Parteitag am Mittwoch in Manchester, den Kabinettsstreitigkeiten über den Brexit und dem schlechten Abschneiden der Konservativen bei der Parlamentswahl im Juni gebe es zunehmenden Unmut in der Partei. Fünf ehemalige Minister hätten sich der Bewegung für Mays Rücktritt angeschlossen, mehrere derzeitige Kabinettsmitglieder "unterstützten" den Schritt.

Gemäß den Parteistatuten sind mindestens 48 Abgeordnete erforderlich, um den zuständigen Parteiausschuss mit einem möglichen Wechsel an der Führungsspitze zu befassen. Der Vize-Ausschussvorsitzende Charles Walker sagte, Shapps verfüge über "zahlreiche Talente", aber nicht über Unterstützer innerhalb der Partei. Innenministerin Amber Rudd kam May in einer "Kolumne" des "Daily Telegraph" zu Hilfe, in der sie schrieb, die Premierministerin müsse im Amt bleiben. Andere Kabinettsmitglieder wie Mays Kontrahent, Außenminister Boris Johnson, wagten sich zunächst nicht aus der Deckung.