Angelina Jolie verfilmt Kambodschas Horrorjahre

«First They Killed My Father” – “Als Erstes brachten sie meinen Vater um” – heißt der neue Film von Angelina Jolie im Original – ein programmatischer Titel. Ein kleines Mädchen saugt die Schreckensherrschaft der “Roten Khmer” in Kambodscha in den 1970er Jahren mit riesengroß augerissenen Augen in sich auf – nach dem autobiografischen Roman der in Kambodscha geborenen Menschenrechtsaktivistin und Schriftstellerin Loung Ung.

Angelina Jolie, Regisseurin:

“Als Ich bin vor 16 Jahren nach Kambodscha kam, dämmerte mir schon bei der Landung, dass ich von der Weltpolitik keine Ahnung hatte. Ich wusste sehr wenig über das Land, was geschehen war, und diese Produktion war für mich eine Art Nachhilfe.”

Die Geschichte von Jolies vierter Regiearbeit: Ein fünfjähriges Waisenmädchen wird unter gnadenlosem Drill der Roten Khmer zu einer Kindersoldatin ausgebildet. Seine Geschwister kämpfen bei der Feldarbeit verzweifelt ums Überleben.

«Der weite Weg der Hoffnung», weltweit exklusiv bei Netflix.

 Angelina Jolie a été rejoint par ses enfants sur le tapis rouge de “First They Killed My Father” (11/09) : pic.twitter.com/vwfj0ub9oj— Angelina Jolie (@AngieJolieLive) 11 septembre 2017

JOLIE UND KAMBODSCHA

Angelina Jolie hat seit Jahren eine besondere Beziehung zu Kambodscha. Ihren ältesten Sohn beispielsweise, Maddox Chivan, adoptierte sie 2002 aus einem Waisenhaus in Phnom Penh, der Hauptstadt des südostasiatischen Landes. Auch für ihn, wie Jolie sagt, verfilmte sie als Regisseurin die Geschichte seines Heimatlandes. Da es Jolie um maximale Authentizität geht, liess sie sich für die Darstellung der jungen Ung auch von Maddox beraten. Er feilte mit daran, zu zeigen, wie ein Kind wohl den Horror eines Genozids, der in Kambodscha rund zwei Millionen Todesopfer forderte, erleben könnte.

In Kambodscha selbst entfachte der Film seit seiner Premiere im Februar dieses Jahres bereits grosse Diskussionen. Gerade junge Menschen begannen, ihre Eltern darüber zu befragen, worüber sie viele Jahre geschwiegen hatten.

Jolie setzt sich seit Jahren im Auftrag der Vereinten Nationen für Menschenrechte und den Schutz von Flüchtlingen ein und hat sich

in New York mit UN-Generalsekretär Antonio Guterres getroffen.

su