Angela Merkel: Stabilität und zusehends Gegenwind

Angela Merkel im Wahlkampf: Große Änderungen für Deutschland kündigte sie im Laufe des Rennens um die Stimmen der Bürger nicht an. Merkels Schlagworte sind Stabilität und Verlässlichkeit. “Deutschland steht gut da” lautet einer ihrer Leitsprüche.

Mit Beharrlichkeit und Fleiß arbeitete sich “das Mädchen”, wie Helmut Kohl sie einst nannte, nach oben. 2005 war sie am Ziel und wurde Bundeskanzlerin.

Bis 2009 führte Merkel eine große Koalition mit der SPD an, nach der Wiederwahl 2009 tat sich ihre Union mit der FDP zusammen, in ihrer dritten Amtszeit als Kanzlerin bildete sie ab 2013 erneut eine Große Koalition.

Das US-Wirtschaftsmagazin Forbes kürte Merkel zwischen 2010 und 2016 sechs Mal in Folge zur mächtigsten Frau der Welt. Zu Hause gab es zusehends Gegenwind – vor allem wegen ihrer Flüchtlingspolitik.

“Ich sage ganz einfach: Deutschland ist ein starkes Land und das Motiv, in dem wir an diese Dinge herangehen, muss sein: Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen das!”, so Merkel.

Dieser optimistische Ausspruch in Hinblick auf die Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge wurde zum geflügelten Wort und für ihre Gegner – unter anderem von der Alternative für Deutschland – zum roten Tuch.

Zu spüren bekam Merkel das im Wahlkampf mehrfach: Bei Auftritten wurde sie teils ausgepfiffen und niedergebrüllt. Sie reagierte, wie sie eigentlich immer reagiert: Beherrscht und emotionslos. Probleme könne man nicht mit Schreien und Pfiffen lösen, so Merkel. Für ihre Anhänger zeigt sich in solchen Antworten ihre Vernunft und Souveränität, Merkels Gegner sehen darin Selbstherrlichkeit und einen fehlenden Blick für die Realität.