Wie Angela Merkel ihr Erbe in der Flüchtlingspolitik zerstört

Benjamin Reuter
Bundeskanzlerin Angela Merkel 

Am Ende wird es wohl Angela Merkels Geheimnis bleiben: Der Grund, aus dem sie im Jahr 2015 Hunderttausende Flüchtlinge nach Deutschland ließ.

Sicher ist: Sollte es wirklich ein positiver Akt der Humanität gewesen sein, dann tut Merkel seit drei Jahren sehr viel dafür, ihn als Fehler erscheinen zu lassen.

► Wenn Merkels politisches Erbe die Bewältigung der sogenannten Flüchtlingskrise ist, wird es Stand heute nicht in positiver Erinnerung bleiben. Denn Deutschland ist mit den Folgen des Sommers 2015 heillos überfordert.

Wie überfordert, das zeigt sich in diesen Tagen.

Das Chaos im Bundesamt für Migration

Das ganze Ausmaß des Skandals beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ist bisher nicht abzusehen.

► Zehntausende Asylbescheide wurden offensichtlich falsch ausgestellt – aus Unfähigkeit oder wegen Korruption.

Dass es bei den Bamf-Entscheidungen zu Fehlern und Schlamperei kam verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass die Mitarbeiter der Behörde seit 2015 rund 1,7 Millionen Asylanträge bearbeitet haben.

► Aktuell liegen noch 50.000 Asylanträge unbearbeitet beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bei den deutschen Verwaltungsgerichten stapelten sich derweil Ende 2017 schon rund 370.000 Einsprüche gegen ergangene Asylbescheide.

Aber damit noch nicht genug.

► Für diejenigen, deren Anträge abgelehnt werden, hat das bislang kaum Folgen. Rund 230.000 Ausländer in Deutschland sind ausreisepflichtig. Rund 170.000 davon haben eine Duldung, beispielsweise wegen Krankheit oder fehlender Papiere. 60.000 müssten sofort abgeschoben werden.

Oft klappt das nicht – unter anderem weil geeignete Rücknahmeabkommen mit den Heimatländern der Betoffenen fehlen. 

Mehr zum Thema: Bamf-Skandal erreicht...

Weiterlesen auf HuffPost