Angeklagter legt in Prozess um tödliche Messerattacke gegen Therapeuten Geständnis ab

27-Jähriger muss sich wegen Mordes verantworten

Im Prozess um einen tödlichen Messerangriff auf einen Therapeuten in einem Beratungszentrum für Flüchtlinge in Saarbrücken hat der Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Der 27-Jährige räumte am Montag zum Auftakt der Verhandlung vor dem Landgericht Saarbrücken den Tathergang ein, wie eine Gerichtssprecherin sagte. Die Anklage legt ihm heimtückischen Mord zu Last.

Demnach soll der Syrer Anfang Juni in einem psychosozialen Zentrum des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) seinen Berater erstochen haben. Der Psychologe, der mit traumatisierten Flüchtlingen arbeitete, verblutete.

Der Angeklagte soll in das Dienstzimmer des Manns gegangen und diesen mit Handschlag begrüßt haben. Währenddessen soll der Angeklagte "unvermittelt und ohne Vorwarnung" auf den Therapeuten eingestochen haben. Der Angeklagte habe seinem Opfer "mit großer Wucht" zweimal ein Messer mit etwa 13 Zentimeter langer Klinge in den Körper gerammt. Es habe keinerlei Anzeichen für den Angriff gegeben, heißt es in der Anklage.

Der 30-jährige, aus dem Irak stammende Therapeut, der seit 2016 in dem DRK-Zentrum in der Beratung von traumatisierten Flüchtlingen arbeitete, kam noch bis in den Flur, wo er aber zusammenbrach. Die Rettungskräfte konnte ihm nicht mehr helfen.

Der mutmaßliche Täter flüchtete, wobei er sich anschließend noch selbst verletzt haben soll. Polizeibeamte nahmen ihn in Tatortnähe fest. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war dem Angeklagten bewusst, dass der Therapeut die Messerstiche nicht überleben würde. Er habe bewusst die Arg- und Wehrlosigkeit seines nichtsahnenden Opfers ausgenutzt.

Der Angeklagte ist derzeit in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Ein Gutachter will während des Prozesses seine Schuldfähigkeit prüfen. Am Montag waren noch erste Zeugenvernehmungen geplant. Für den Prozess sind drei weitere Verhandlungstage anberaumt. Ein Urteil soll am 13. November fallen.