Angeklagte zu 15 Jahren Haft wegen Umsturzversuchs in Jordanien verurteilt

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Polizisten vor dem Gericht in Amman

Im Prozess wegen des mutmaßlichen Umsturzversuchs in Jordanien sind die zwei Angeklagten am Montag zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Bassem Awadallah und Scherif Hassan bin Said wurden wegen "Verschwörung gegen das herrschende System" und "Destabilisierung" für schuldig befunden, wie das Gericht in Amman entschied. Die Männer hätten versucht, "Chaos, Aufruhr und Spaltung innerhalb der jordanischen Gesellschaft zu verursachen", sagte der Richter bei der Urteilsverkündung.

Awadallah diente König Abdullah II. früher als Palastchef, bin Said war als Sondergesandter des Monarchen in Saudi-Arabien tätig. Die Anwälte der beiden Männer kündigten Berufung an. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit in der Hauptstadt Amman statt.

Die jordanische Regierung hatte im April nach eigenen Angaben ein Komplott zur "Destabilisierung" des Königreichs vereitelt, an dem auch der Halbbruder des Königs, Hamsa bin Hussein, beteiligt gewesen sein soll. Prinz Hamsa stand allerdings nicht vor Gericht. Er hat König Abdullah nach der Aufdeckung der Pläne die Treue geschworen.

Nach dem Umsturzversuch hatte Prinz Hamsa in einem von der BBC veröffentlichten Interview den Verschwörungsvorwurf bestritten und zugleich massive Kritik an der Regierung in Amman geübt. Unter anderem warf er ihr Korruption und Inkompetenz vor. In der 13-seitigen Anklageschrift hieß es nun, dass der 41-jährige Hamsa entschlossen gewesen sei soll, seinen persönlichen Herrschaftsehrgeiz "unter Verletzung der haschemitischen Verfassung und der Sitten" zu stillen.

mkü/cp

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