Versteckt in den Tunneln von Mossul: Offenbar fünf deutsche IS-Anhängerinnen gefasst

Ein 16-jähriges Mädchen aus Sachsen ist nach Angaben der Dresdner Staatsanwaltschaft unter den in der vergangenen Woche in der irakischen Stadt Mossul festgesetzten Anhängerinnen der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat

Versteckt in einem Tunnelsystem des Islamischen Staats, ausgerüstet mit Waffen und Sprengstoffgürteln: So sollen fünf deutsche Anhängerinnen der Dschihadistenmiliz IS in der Altstadt von Mossul festgenommen worden sein. Entsprechenden Informationen gehen die deutschen Behörden nach, wie sie am Dienstag mitteilten. Eine der deutschen Frauen soll ein 16-jähriges Mädchen aus Sachsen sein.

Vor rund zwei Wochen hatte die irakische Regierung nach monatelanger Großoffensive den vollständigen Sieg über die IS-Miliz im nordirakischen Mossul verkündet. Die Dschihadisten hatten die Stadt 2014 überrannt und in den von ihnen eroberten Gebieten im Irak und in Syrien ein "Kalifat" ausgerufen.

Jetzt liegen zahlreiche Viertel der früheren Zwei-Millionenstadt in Schutt und Asche, der Zugang zur Altstadt ist wegen der Räumungsarbeiten größtenteils versperrt. In einem Tunnelsystem in der Altstadt sollen irakische Streitkräfte in der vergangenen Woche mehrere Unterstützerinnen des IS festgenommen haben.

Wie die "Welt" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete, stammen fünf der Frauen aus Deutschland, die übrigen aus Russland, Türkei, Kanada, dem Kaukasus, Libyen und Syrien. Bei ihnen wurden demnach Waffen und Sprengstoffgürtel gefunden.

Die deutschen Behörden gingen den Informationen am Dienstag intensiv nach. Aus dem Außenministerium verlautete, noch lägen keine gesicherten Informationen zu möglicherweise im Irak inhaftierten Frauen mit deutschem Pass vor.

"Das Auswärtige Amt steht mit den irakischen Behörden in Kontakt und ist bemüht, rasch substanzielle Auskünfte zu diesen Personen zu erhalten", hieß es weiter. "Wenn es sich tatsächlich um deutsche Staatsangehörige handeln sollte, so wird ihnen konsularischer Beistand angeboten werden."

Eine der IS-Anhängerinnen könnte ein 16-jähriges Mädchen aus Sachsen sein. Die Staatsanwaltschaft Dresden prüfe entsprechende Hinweise, sagte Oberstaatsanwalt Lorenz Haase der Nachrichtenagentur AFP. Das Mädchen war vor einem Jahr verschwunden, nachdem es zum Islam konvertiert sein soll und offenbar über Internet-Chats mit IS-Anhängern in Kontakt stand.

Dass sich auch Frauen dem IS anschließen und aus anderen Ländern in die Kampfgebiete in Syrien und im Irak reisen, ist ein bekanntes Phänomen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums sind seit 2012 etwa 930 Menschen aus Deutschland nach Syrien gereist, etwa ein Fünftel davon waren Frauen und Mädchen.

Selbst junge Mädchen müssen jedoch damit rechnen, vom IS in den Tod geschickt zu werden. Während der letzten Tage im Kampf um Mossul berichteten die irakischen Anti-Terror-Einheiten CTS Anfang Juni davon, vermehrt durch Selbstmordattentäterinnen angegriffen worden zu sein. Dabei sollen sich auch eine 12- und eine 14-Jährige im Namen des Islamischen Staates in die Luft gesprengt haben.