Anführer Spahn: Rechter CDU-Flügel stellt sich hinter Gesundheitsminister

Lennart Pfahler
Merkel muss Spahn fürchten – zumindest irgendwann.
  • Die Bundesregierung hat wieder eine konservative Stimme: Jens Spahn gibt in der GroKo den Ton an
  • CDU-Innenexperte Bosbach sagt der HuffPost: “Spahn hat recht”

Still und heimlich sind eigentlich keine Größen, in denen CDU-Mann Jens Spahn denkt. Der Gesundheitsminister mag es laut, forsch, gerade heraus.

Zuletzt beackerte Spahn dazu auch fachfremde Ressorts, ließ sich über Arbeitslose aus, skizzierte Ideen für die Europapolitik – und rechnete nun schonungslos mit der mutmaßlich alarmierenden Sicherheitslage in der Bundesrepublik ab.

Aber: Genau mit dieser lauten Art hat Spahn sich – eben doch still und heimlich – zum Taktgeber der Union gemausert. Der Gesundheitsminister ist zur konservativen Stimme der Bundesregierung geworden. Und damit dort, wo er immer hinwollte.

Innere Sicherheit: Spahn ist die Stimme der Hardliner

In der “NZZ” erklärte Spahn, die Handlungsfähigkeit des Staates sei “in den letzten Jahren oft nicht mehr ausreichend gegeben” gewesen. Damit trifft er einen Ton, den viele Abgeordnete des rechten Parteiflügels seit Jahren anstimmen – und der in der Vergangenheit zumeist in den weiten Räumen des Kanzleramtes verhallte.

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Der langjährige CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach sagte der HuffPost am Donnerstag: “Wenn Jens Spahn zum Ausdruck bringen wollte, dass wir unsere Anstrengungen in punkto öffentliche Sicherheit weiter intensivieren müssen, dann hat er recht!” 

Bosbach: Lange war er die konservative Stimme der Union.

In den Ländern würden die Realitäten auseinanderklaffen. “Wir haben ein sehr differenziertes Bild, so leben beispielsweise die Menschen in Bayern oder Baden-Württemberg deutlich sicherer als in vielen anderen Flächenstaaten.”

Spahn hatte besonders auf...

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