André Poggenburg: So reagiert das Netz auf den Rücktritt des umstrittenen AfD-Politikers

Mit seinen radikalen Aussagen sorgte er immer wieder für Fassungslosigkeit: André Poggenburg. (Bild: AP Photo)

Zum Monatsende tritt der Fraktions- und Landeschef der AfD in Sachsen-Anhalt, André Poggenburg, von beiden Ämtern zurück. Im Netz sammeln sich die ersten Reaktionen.

Gut zwei Jahre lang war André Poggenburg das Gesicht der AfD in Sachsen-Anhalt. Als Landesparteichef und Fraktionsvorsitzender im Landtag lieferte sich der 42-Jährige oft harte Wortgefechte mit der politischen Konkurrenz. Dabei nutzte er immer wieder völkisches Vokabular und verbreitete rechtslastiges Gedankengut.

Insbesondere wegen seiner Rede beim Politischen Aschermittwoch der AfD im sächsischen Pirna, in der Poggenburg Türken in Deutschland als “Kameltreiber” und “Kümmelhändler” bezeichnete, stand er in den vergangenen Wochen heftig in der Kritik – auch in seiner eigenen Partei. In der Landtagsfraktion habe es “eine ausführliche Diskussion” darüber gegeben, wie der AfD-Landesverband in einer Erklärung darlegte. Einen Abwahlantrag und Rücktrittsforderungen habe es jedoch nicht gegeben.

Poggenburg selbst äußerte sich am Donnerstag zu seinem Rücktritt auf Twitter. In einer eigens verfassten Erklärung heißt es: “Unter anderem im Nachgang der Aschermittwochsrede wurde mir gegenüber ein enormer medialer Druck aufgebaut, teils sogar unter Gebrauch falscher Aussagen, die ich in meiner Rede so nie getätigt hatte. Das Beispiel ‘Kümmeltürke’ sei hier stellvertretend erwähnt.”

Im Netz, insbesondere auf Twitter, reagierten etliche User auf die Neuigkeit mit bissiger Ironie. So rückte etwa der Comedy-Autor André Herrmann Poggenburg in die Nähe einer jüngst verurteilten rechtsradikalen Gruppierung.

Auch der Satiriker Shahak Shapira hat eine Idee, wie es mit Poggenburg in Zukunft weitergehen könnte:

Wurde Poggenburg den Rechten zu rechts? So schätzt zumindest dieser User die Lage ein:

Einige Twitter-Schreiber sehen das große Ganze: Ob Poggenburgs Rücktritt in Wahrheit womöglich einen anderen Grund hat?

Die Tageszeitung “taz” erlaubt sich indes ein Wortspiel:

Und das Satire-Magazin “extra 3” verwendet in seinem Spaß-Posting gar Wutbürger-Vokabular.