Anders Heilen - 4 Konzepte im Überblick

Immer mehr Menschen wenden sich alternativen Heilmethoden zu – und erzielen oft verblüffende Erfolge. Denn pflanzliche und homöopathische Heilmittel sowie Bewegungstherapien versuchen nicht nur die Schmerzen zu lindern, sondern ihnen auch vorzubeugen. Dabei ist wichtig: Alle Heilmethoden sollten die klassische Schulmedizin ergänzen, sie allerdings nicht komplett ersetzen! Wir stellen vier Heilmethoden vor:

Immer mehr Menschen setzen auf natürliche Heilmethoden (Bild: Getty Images)

Neuer Trend: Zurück zur Natur

Die klassische Naturheilkunde nutzt die fünf Elemente der Natur (Luft, Wasser, Licht, Ernährung, Bewegung), die jedem Menschen nahezu kostenlos zur Verfügung stehen. Statt die Symptome mit herkömmlichen Arzneimitteln zu unterdrücken, geht es bei fast allen Therapien und Maßnahmen der Naturheilkunde darum, die Selbstheilkräfte des Körpers zu aktivieren und zu stärken.

Zu den Heilmethoden, die das Element Luft einsetzen und die ohne großen Aufwand durchführbar sind, gehört beispielsweise bewusstes Atmen oder die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft. Wassertherapien können Wechselduschen sein, aber auch ausreichendes Trinken oder Kneipp-Kuren.

Viel Bewegung und Vitamin D sind essentiell

Ein Vitamin-D-Mangel kann fatale Folgen für die Gesundheit haben. Deshalb wirken tägliche Spaziergänge – auch bei schlechtem Wetter – oft Wunder. Denn mit Hilfe von Sonne/Licht wird Vitamin D wieder im Körper gebildet.

Heilfastenkuren sowie eine basenüberschüssige Ernährung gehören ebenfalls zu den Methoden der Naturheilkunde. Und zu guter Letzt werden Bewegung und Sätze wie “Treppe statt Aufzug“ oder “Zur Lieblingsmusik tanzen, springen, singen“ großgeschrieben. Yoga und Beckenbodentraining stehen bei den Sportprogrammen der Naturheilkunde ebenfalls hoch im Kurs.

Auch Orthopäden und Chiropraktiker greifen häufig auf Akupunktur zu (Bild: Getty Images)

Traditionelle Chinesische Medizin

Die Traditionelle Chinesische Medizin, kurz auch nur TCM genannt, ist eine altbewährte Heilkunst, die vor über 2000 Jahren in China entstand und über die Jahrhunderte hinweg weiterentwickelt wurde.

Fünf Säulen der TCM

Auch bei der TCM geht es um die Aktivierung körpereigener Heilkräfte, die beispielsweise mit Hilfe von Akupunktur (Nadeln) wiederhergestellt werden. Die Nahrungsmitteltherapie und Tuina-Anmo, eine Massagekunst, sind ebenfalls wichtige Säulen der traditionellen chinesischen Medizin.

Auch wird Pflanzen, Wurzeln, Blüten und Rinden sowie Mineralien und tierischen Produkten eine heilende Wirkung zugesprochen. Das wird als Arzneimitteltherapie bezeichnet. Eine Rezeptur besteht aus einer Mischung mehrerer Arzneimittel und wird traditionell meist als Tee oder Abkochung zu sich genommen. Die Ohrakupunktur oder Auriculo-Therapie gehört ebenfalls zur TCM und geht auf den französischen Arzt Dr. Paul Nogier zurück. Dabei werden verschiedenen Punkte am Ohr mit Nadeln stimuliert.

Die fünfte Säule und ebenfalls ein wichtiger Teil von TCM ist Qigong. Es handelt sich dabei um Übungen, die die Gelenke lockern und Körper und Geist regenerieren sollen.

Homöopathie

Weil sich immer mehr Patienten sanfte Therapien wünschen, befinden sich homöopathische Mittel seit Jahren im Aufschwung. Unter Wissenschaftlern kämpft dieses Therapie-Konzept allerdings bis heute um seine Anerkennung. Viele Mediziner reden bei der Einnahme von homöopathischen Mitteln von Einbildung oder auch vom Placebo-Effekt. Trotzdem gibt es heute rund 2500 verschiedene homöopathische Arzneien – hergestellt aus Mineralien, Pflanzen, Tieren und Tierprodukten.

Die vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann entwickelte Methode beruht auf der Regel: “Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.” Zur Behandlung der Krankheit wird nach einer Substanz gesucht, die bei einem gesunden Menschen ähnliche Zustände und Symptome hervorruft, wie sie beim Kranken zu beobachten sind. Typisch für homöopathische Mittel sind Globuli, kleine Kügelchen aus Milchzucker, die mit dem Wirkstoff angefeuchtet sind. Darüber hinaus verabreichen homöopathische Ärzte Tropfen und Tabletten. Salben oder Cremes werden eher selten verschrieben.

Bei der Osteopathie werden Blockaden aufgespürt und Muskeln gelockert (Bild: Getty Images)

Osteopathie

Die Osteopathie ist eine Heilkunde, bei der der Osteopath den Menschen mit seinen Händen untersucht und Bewegungseinschränkungen aufspürt. Jeder Körperteil, jedes Organ benötigt zum optimalen Funktionieren Bewegungsfreiheit. Ist diese eingeschränkt, entstehen irgendwann Beschwerden. Meist gehen Menschen mit Rücken- und Nackenproblemen zum Osteopathen, ebenfalls Leute, die Gelenkprobleme, Kopfschmerzen oder Organbeschwerden wie z.B. Sodbrennen, Verstopfungen etc. haben.

Ein Osteopath sucht nach der Ursache der Beschwerden und behandelt diese durch verschiedenen Muskeltechniken, Manipulation und Mobilisation. Wie die bei den meisten alternativen Therapien geht es bei der Osteopathie nicht darum den Körper zu heilen, sondern ihn zur Selbstheilung anzuregen. Der Osteopath löst lediglich Blockaden und Bewegungseinschränkungen, die einer Genesung im Wege stehen.