Anderer Preis, aber gleicher Geschmack: So erkennt ihr, ob das teure Markenprodukt und die günstige Eigenmarke vom selben Hersteller stammen

 - Copyright: picture alliance/dpa | Sven Hoppe
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Nutella oder Nusskati, Haribo Goldbären oder Sugarland Gummibärchen von Lidl? Viele Verbraucher dürften sich derzeit angesichts stark steigender Preise die Frage stellen, ob sie lieber zum teuren Markenprodukt oder eher der "No-Name"-Eigenmarke der Lebensmittelhändler greifen.

Viele Lebensmittelhändler starteten deshalb in den vergangenen Monaten Werbekampagnen um hervorzuheben, dass sie selbst die günstigsten Preise haben – entweder durch Rabattaktionen auf Markenartikel oder Hervorhebung der günstigeren Eigenmarken. Kaufland warb etwa mit "Discount günstig" und Edeka mit "In jedem Edeka steckt ein Discounter", und die Discounter Lidl und Aldi kämpfen seit jeher um die Preisführerschaft.

Dass die Handelsmarkenprodukte aber oft von genau dem gleichen Hersteller kommen, wie die Markenprodukte, das ist vielen Kundinnen und Kunden nicht bekannt. "Die meisten Eigenmarken werden von den großen Markenherstellern im Auftrag der Händler produziert", erklärt Sven Reuter, Chef der Preisvergleichs-App Smhaggle. Ein Beispiel: Der Sahnejoghurt mild mit Erdbeergeschmack der Marke Zott kostet beispielsweise bei Norma 79 Cent. In der Regel kosten die Markenprodukte bei allen Händlern gleich viel, da die Hersteller die Preise mit den Supermärkten und Co. verhandeln. Produziert wird der Zott-Sahnejoghurt von der Zott SE & Co. KG am Sitz in der Dr.-Steichele-Straße 4 in 86690 Mertingen. Im Vergleich kostet der Milde Sahnejoghurt Erdbeer von ja! (der Eigenmarke von Rewe) nur 35 Cent, ebenso bei Netto und Penny. Produziert werden alle drei Eigenmarken von der Zoma Milch & Molke GmbH in Günzburg – einer Tochtergesellschaft von Zott.

Fazit: Sowohl alle "Kopien" als auch das Markenprodukt selbst stammen von dem gleichen Hersteller. Es macht also keinen Unterschied, ob man den Joghurt bei Penny, Rewe, Norma oder Netto kauft: Überall ist in etwa das Gleiche drin und kostet genauso viel. Durchschnittlich seien die Eigenmarken aber 45 Prozent günstiger als Marken, heißt es von Smhaggle.

Eine von Smhaggle exklusiv für Business Insider angefertigte Analyse belegt diesen Umstand für mindestens 7 beispielhaft ausgewählte Produkte. Bei fast allen wurden die Markenproduzenten von den Händlern beauftragt, die Eigenmarken durch Tochterunternehmen herzustellen.

Laut Sven Reuter sind derzeit Marken in Aktionsangeboten allerdings oft günstiger als Eigenmarken. Wie eine Analyse des Preisvergleichunternehmens für die "Lebensmittelzeitung" zeigte, haben die Händler die Preise für ihre Eigenmarken in der Inflation stark angezogen. Es lohnt sich also, die Preise und Produkte zu vergleichen. Oftmals gebe es keinen oder man schmecke keinen Unterschied zur Marke, so Reuter. Dies bestätigte auch Stiftung Warentest bereits in verschiedenen Tests.

So erkennt ihr das beim Einkaufen

Was können Verbraucher nun also tun? Insbesondere bei Milchprodukten kann man die Herkunft des Produktes leicht nachvollziehen und vergleichen. Dafür gibt es das Identitätskennzeichen. Händler sind verpflichtet, dieses auf die Verpackung von Milchprodukten zu drucken.

Bei den von Smhaggle für Business Insider untersuchten Produkten kann man in der Tabelle erkennen: Fast alle haben dasselbe Identitätskennzeichen. Insbesondere über die Betriebsnummer könnt ihr feststellen, ob das Handelsmarkenprodukt aus demselben Betrieb kommt, wie die bekannte Marke.

Bei Nicht-Milchprodukten hilft meist eine einfache Google-Recherche, welches Mutterunternehmen dahinter steckt. Wer das nicht im Supermarkt machen will, kann aber auch einfach zu Hause den Geschmackstest machen und auf diesen vertrauen.

Disclaimer: Diese zufällige Produktauswahl hat in Bezug auf Händler und Produkte keinen Anspruch auf Vollständigkeit.