Anbieter: Kohle- und Atomstrom kosten anderthalb mal mehr als Ökostrom

Kohle- und Atomstrom verursachen einer Studie zufolge anderthalb mal mehr Kosten für die Gesellschaft als Strom aus Erneuerbaren Energien. Das berechnete das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag des Ökostromanbieters Greenpeace Energy

Kohle- und Atomstrom verursachen einer Studie zufolge anderthalb mal mehr Kosten für die Gesellschaft als Strom aus Erneuerbaren Energien. Das berechnete das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag des Ökostrom-Anbieters Greenpeace Energy, der die Ergebnisse am Mittwoch vorstellte. Die staatlichen Subventionen sowie die Folgekosten der konventionellen Energie für die Umwelt würden im Strompreis nicht berücksichtigt, kritisierte der Anbieter. Er forderte einen nationalen Mindestpreis auf CO2-Emissionen.

Für ihren Vergleich zwischen Ökostrom und konventionellem Strom ermittelten die FÖS-Forscher staatliche Finanzhilfen und Steuervergünstigungen für die einzelnen Energieträger. Außerdem griffen sie auf Daten des Umweltbundesamtes zurück, um die Folgekosten durch Umweltschäden aus der Stromerzeugung zu berechnen.

So kamen sie zu dem Ergebnis, dass die versteckten Kosten der konventionellen Energie bei rund 38 Milliarden Euro liegen, während Ökostrom über die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in diesem Jahr rund 24,5 Milliarden Euro kosten wird. Umgerechnet auf den Strompreis müsste konventioneller Strom etwa elf Cent mehr pro Kilowattstunde kosten, während der Ökostrom über die EEG-Umlage etwa sieben Cent mehr kostet.

Die Forscher kritisierten, dass durch die EEG-Umlage für die Verbraucher der Eindruck entstehe, dass Erneuerbare Energien als einzige Energieträger nicht ohne Förderung wirtschaftlich wären. Währenddessen würden die Verbraucher die deutlich höheren Folgekosten der konventionellen Energieträger durch Steuern tragen, was aber nicht direkt ersichtlich sei.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisierten am Mittwoch erneut die Vergünstigungen der Industrie bei der EEG-Umlage. Um Verzerrungen zu vermeiden, müsse die EEG-Umlage ersetzt werden durch einen Mindestpreis auf CO2-Emissionen. Auf diese Weise könne nicht nur die Finanzierung der Energiewende auf gerechtere Füße gestellt werden, sondern es wäre auch positiv für den Klimaschutz, erklärten die Verbände.