ANALYSE: Warburg Research traut Hugo Boss Kursgewinne zu - Aktie günstig

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) -Eine gute Kaufgelegenheit bietet sich nach Ansicht des Analysehauses Warburg Research momentan bei den Aktien des Modekonzerns Hugo Boss . Nachdem die Papiere Anfang November wieder um einiges nachgegeben haben, seien sie derzeit attraktiv bewertet - vor allem gegenüber dem britischen Konkurrenten Burberry , schrieb Analyst Jörg Frey in einer Studie vom Freitag. Er stufte die Aktien von "Halten" auf "Kaufen" hoch. Bis zu seinem von 78 auf 76 Euro reduzierten Ziel sind mehr als 11 Prozent Luft nach oben.

Neben dem wieder günstigeren Aktienkurs verwies Frey darauf, dass sich der übertriebene Optimismus vieler Anleger in puncto einer schnellen Gewinnerholung mittlerweile normalisiert habe. Der Markt habe sich im August zu stark auf die Umsatzsteigerungen fixiert, schrieb der Analyst. Die vorsichtigen Äußerungen des Managements hinsichtlich der Margenentwicklung habe der Markt damals weitgehend ignoriert. Mit den Zahlen für das dritte Quartal sei die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Gewinnspanne nun aber ad Acta gelegt worden.

Dennoch: "Die Stimmung hat sich verbessert", so Frey. Das Verhältnis von Chancen und Risiken sei somit wieder positiv. Überhaupt zeige die jüngste Geschäftsentwicklung im Vergleich zum Kontrahenten Burberry, dass die zurückliegenden Probleme nichts mit der Marke Boss zu tun gehabt hätten. Es seien vielmehr das Überangebot, der Preisdruck und die Branchenschwäche gewesen, mit denen Hugo Boss zu kämpfen hatte, schreibt der Experte.

Der Flaute versucht Hugo Boss seit einiger Zeit mit einem umfangreichen Sanierungsprogramm zu begegnen. Nachdem fast der gesamte Vorstand seinen Hut nehmen musste, wurden etliche Läden geschlossen und die Marke neu positioniert. Der Fokus liegt nun wieder wie früher auf der Männerbekleidung.

"Der Großhandel hat auf die neue Markenarchitektur, bei der es nur noch die Marken Hugo und Boss gibt, positiv reagiert", schreibt Frey. Demnach sind die Bestellungen für die Frühlings- und Sommersaison 2018 bislang weitgehend stabil. Zwar hinke Hugo Boss in puncto Onlinehandel noch hinterher, doch gebe es auch hier für das kommende Jahr Aussicht auf Besserung. Der Modekonzern bietet demnächst auch eine Android-Verkaufsapp.

Nicht zuletzt wegen solcher und anderer Werbeaktionen, für die Hugo Boss zurzeit viel Geld in die Hand nimmt, dürfte sich die Marge laut Frey so schnell nicht verbessern. Früchte tragen soll das Ganze aber spätestens im Jahr 2019. Ab dann erwartet der Analyst ein prozentual zweistelliges Gewinnwachstum.