ANALYSE: Merrill rät bei VW-Vorzügen zum Kauf - 'Könnten bis 250 Euro wert sein'

dpa-AFX

NEW YORK (dpa-AFX) - Die US-Investmentbank Merrill Lynch sieht für die Vorzugsaktien von Volkswagen noch ordentlich Luft nach oben. Als Gründe nannte Analyst Fraser Hill in einer am Montag vorliegenden Studie die starken Marken und die zu erwartenden Börsengänge von Unternehmensteilen. Gleichzeitig hinkten die Vorzugsaktien des Autobauers dem europäischen Branchenindex auf Sicht von fünf Jahren noch deutlich hinterher.

Daher hob der Experte seine Anlageempfehlung gleich um zwei Stufen an und riet zum Kauf. Das Kursziel schraubte er von 115 auf 205 Euro hoch und liegt nun gut 11 Prozent über dem aktuellen Kursniveau.

Angesichts der Konglomeratsstruktur des Unternehmens seien die Anleger bisher nicht gezwungen gewesen, die starken Marken des Autobauers wie insbesondere Porsche in ihrer Bewertung der Aktie zu berücksichtigen, betonte Hill. Das könnte sich aber 2018 ändern, da Aufspaltungsstrategien ein zunehmend wichtiges Thema in der Branche würden und die Wolfsburger selbst einen teilweisen Börsengang ihrer Lkw- und Bussparte erwägten.

Wird dieser Realität, so ist laut Hill eine weitere Debatte über den Wert des verbleibenden Volkswagen-Portfolios zu erwarten. Auf Basis seiner eigenen Berechnungen könnte die Volkswagen-Vorzugsaktie bei separaten Börsennotierungen des LKW-Geschäfts sowie der Premium- und Volumenmarken bis zu 250 Euro wert sein.

Der Analyst lobte zudem die schnellen Fortschritte des Autobauers bei der Überwindung des Diesel-Skandals. Der versprochene Fokus auf die Kosten schlage sich bereits in besseren Margen nieder und der im vergangenen Jahr deutlich gestiegene Zufluss freier Barmittel scheine sich als nachhaltig zu erweisen. Außerdem sei er zu skeptisch hinsichtlich der kurzfristigen Risiken für den Konzern in China gewesen, räumte Hill ein. Mittelfristig rechnet er aber weiter mit sinkenden Margen.

Gemäß der Einstufung "Buy" geht Merrill Lynch davon aus, dass die Aktie innerhalb von 12 Monaten eine Gesamtrendite aus Kursgewinn und Dividende von mindestens 10 Prozent abwerfen wird./gl/ag/das

Analysierendes Institut Merrill Lynch & Co.