ANALYSE: Merrill Lynch sieht für Nordex erst 2020 Licht am Ende des Tunnels

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Vor allem kleinere Hersteller von Windkraftanlagen wie Nordex und Senvion dürften laut der Investmentbank Merrill Lynch mit dem schwierigen Marktumfeld zu kämpfen haben. Der Druck auf die Margen dürfte sich fortsetzen, erst ab 2020 könnten sich die Ergebnisse und die Barmittel wieder stabilisieren, schrieb Analyst Pinaki Das in einer Studie vom Dienstag.

Er stufte die Nordex-Aktie von "Neutral" auf "Underweight" ab. Das neue Kursziel beträgt mit 5,50 Euro nurmehr gut ein Drittel des bisherigen von 15 Euro. Es räumt dem TecDax-Wert 30 Prozent Abwärtspotenzial ein - nach einem Kursverfall von bereits mehr als 60 Prozent seit Jahresbeginn.

Der Experte reduzierte seine Prognosen für die Absatzpreise und die Gewinnmargen. Nordex selbst habe für das kommende Jahr niedrigere Bruttomargen in Aussicht gestellt sowie einen geringeren Absatz in Folge eines schwachen Auftragsbestandes.

Mittelfristig macht der Experte jedoch auch Positives aus. So seien die gesenkten Prognosen des Managements nun näher an der Realität. Auch habe Nordex verbesserte Produkte in Aussicht gestellt, die 2019 auf den Markt kommen sollen.

Strukturellen Probleme änderten sich dadurch jedoch nicht. Hierzu zählten die Vorteile großer Hersteller bei Ausschreibungen neuer Windkraftprojekte. Sie könnten schlicht günstigere Preise anbieten. "Nordex kann Volumina hinzugewinnen, aber das Risiko von Marktanteilsverlusten ist groß", erklärte Das.

Einige Investoren hielten in diesem schwierigen Umfeld Fusionen und Übernahmen unter kleineren Herstellern als die ultimative Lösung für Anbieter wie Nordex und Senvion, führte der Analyst weiter aus. Mittelfristig sei dieses Szenario zwar durchaus möglich, es sei jedoch nicht die Basis seiner Schätzungen. Gegenwärtig stünden große Hersteller nicht unter Druck, kleinere zu übernehmen, die Verluste machten und Marktanteile verlören.

Gemäß der Einstufung "Underperform" schätzt Merrill Lynch die Aktie als einen der am wenigsten attraktiven Werte in dem Beobachtungsuniversum ein./bek/mis/das

Analysierendes Institut Merrill Lynch & Co.