ANALYSE/Lampe: ElringKlinger kriegt die Kurve im Hitzeschild-Geschäft - 'Kaufen'

dpa-AFX

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Autozulieferer ElringKlinger dürfte nach Einschätzung des Bankhauses Lampe die Probleme im Geschäft mit Hitzeschilden in den Griff bekommen. Hierbei handelt es sich um Abschirmsysteme, die im Automobilbau als Schutz gegen Hitze und Schall zum Einsatz kommen. Die Maßnahmen des Managements gegen die hier anfallenden Verluste dürften allmählich greifen, schrieb der Analyst Christian Ludwig am Dienstag in einer Studie. Zudem sei nach den jüngsten Kursverlusten das Schlimmste bereits in den Aktienkurs eingepreist. Der Experte stufte die Aktien von "Halten" auf "Kaufen" hoch, wenngleich er das Kursziel von 18 auf 17 Euro senkte.

Bei einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 400 Millionen Euro mit diesen Produkten rechnet der Experte mit einem Verlust von 10 Millionen Euro im Jahr 2017. Er nannte dies eine "schwere Belastung", trotz eines neuen Managements und neuer Standorte in Frankreich und Ungarn. Ab dem kommenden Jahr dürften die getroffenen Maßnahmen aber Früchte tragen. Hinzu kämen neue Geschäftsaktivitäten und eine steigende Kapazitätsauslastung, was den Gewinnmargen helfe. Ludwig ist zuversichtlich, dass ElringKlinger in den kommenden beiden Jahren wieder prozentual zweistellige Gewinnmargen (Ebit) erreicht und auch wieder Barmittel erwirtschaftet.

Die genannten Probleme hätten sich im Aktienkurs niedergeschlagen. Vom Jahreshoch von Anfang Mai bei 20,48 Euro ist der Kurs um fast 30 Prozent auf zuletzt 14,54 Euro gefallen. Die Kursverluste seien "überzogen", urteilte der Analyst. Niedrigere Gewinnschätzungen resultierten zwar in einem etwas niedrigeren Kursziel von 17 Euro; daraus errechnet sich jedoch ein Aufwärtspotenzial von fast 17 Prozent, was eine Kaufempfehlung rechtfertige.

Mit der Einstufung "Kaufen" sagt das Bankhaus Lampe dem Wert für die kommenden zwölf Monate einen Kursanstieg von mehr als 10 Prozent voraus./bek/mis/oca

Analysierendes Institut Bankhaus Lampe.